Absatz Elektro-Nachfrage und chinesische Wettbewerber bremsen Dacia

Von Yvonne Simon 2 min Lesedauer

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Der Absatz von Dacia war im ersten Halbjahr 2026 rückläufig. In den kommenden Jahren will sich die Marke auf die steigende Elektro-Nachfrage einstellen und das Modellportfolio ausbauen. Bei chinesischen Wettbewerbern abschauen will Vertriebschef Frank Marotte jedoch nicht.

Der Dacia Spring, bislang das einzige E-Auto der Marke, startet 2026 in die zweite Generation.(Bild:  Dacia)
Der Dacia Spring, bislang das einzige E-Auto der Marke, startet 2026 in die zweite Generation.
(Bild: Dacia)

Dacia hat im ersten Halbjahr 2026 global 327.077 Fahrzeuge verkauft, 8,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zuletzt konnte Dacia allerdings wieder etwas an Dynamik gewinnen – im zweiten Quartal lag der Absatz annähernd auf Vorjahresniveau (-0,3 Prozent). Das sei angesichts des herausfordernden Marktumfelds und der geopolitischen Lage als Erfolg zu werten, erklärte Vertriebschef Frank Marotte in einem Pressegespräch.

Bremsend wirkt sich spezifisch auf den Absatz von Dacia zurzeit die hohe Nachfrage nach reinen Elektro-Fahrzeugen aus. Dacia hat zwar den Günstig-Stromer Spring im Angebot, im B- und C-Segment ist die rumänische Marke aber nicht mit BEVs vertreten. Dadurch habe man beschränkten Marktzugang, erklärte Marotte.

Künftig will Dacia sein Angebot an elektrifizierten Varianten und rein batterieelektrischen Fahrzeugen ausbauen. Noch 2026 stellt Dacia eine neue, in Europa produzierte Generation des Spring vor. Die Basis dafür liefert der Renault Twingo. Außerdem startet der neue Striker im C-Kombi-Segment unter anderem als Vollhybrid und der Kleinwagen Sandero erhält eine Hybrid-Variante.

Dacia plant vier neue Elektromodelle bis 2030

Bis 2030 will Dacia vier Elektroautos einführen, die das bestehende Portfolio ergänzen sollen. Dabei wolle man sich die nötige Zeit nehmen, um in Einklang mit der Markenstrategie Fahrzeuge mit „dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis“ bieten zu können, betonte Marotte.

Der Manager rechnet damit, dass bis 2030 zwei Drittel des Dacia-Absatzes elektrifiziert sein werden. Das Verhältnis zwischen Hybrid und BEV sei dabei aber schwer vorhersehbar. Derzeit verbucht Dacia einen wachsenden Anteil an Hybriden bei den Bestellungen: 37 Prozent beim Jogger, 40 Prozent beim Duster und 68 Prozent beim Bigster. Antriebsübergreifend sei der Auftragsbestand derzeit auf Vorjahresniveau.

Chinesische Fabrikate schöpfen Marktanteile ab

Neben der Elektrifizierung zählt der zunehmende Wettbewerb aus China zu den Herausforderungen, denen sich Dacia stellen muss. Das betrifft nicht nur die Günstig-Marke. Die chinesischen Fabrikate hätten Marktanteile in einer Geschwindigkeit gewonnen, wie sie die meisten OEMs nicht erwartet hätten, sagte Marotte. Dacia habe jedoch kein Interesse daran, bei den Angeboten der neuen Wettbewerber abzuschauen. Man habe eine andere Kundenbasis mit anderen Erwartungen. Dacia konzentriere sich zudem auf essenzielle Fahrzeug-Features. Die chinesischen Hersteller würden das vermutlich nicht tun, sagte Marotte.

Renault-Gruppe auf Vorjahresniveau

Über die drei Marken Dacia, Renault und Alpine hinweg hielt sich der Absatz der Renault-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 weltweit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (-0,4 %). Die Kernmarke Renault konnte um 2,6 Prozent zulegen auf 829.518 Einheiten. Alpine erreichte mit 8.538 global verkauften Fahrzeugen ein Rekordergebnis und ein Wachstum von 69,1 Prozent.

In Deutschland legte die Sportwagenmarke im ersten Halbjahr ebenfalls deutlich zu und brachte den KBA-Zahlen zufolge 807 Autos auf die Straßen (+ 78 %). Die Kernmarke Renault wuchs deutlich um 15,8 Prozent. Bei Dacia ging der Absatz um 2,9 Prozent zurück. Das lag überwiegend an der Überarbeitung der Modellpalette zum Modelljahr 2026, wie Dacia-Deutschland-Chef Thilo Schmidt im Frühjahr erklärte. Tatsächlich konnte Dacia in Deutschland im zweiten Quartal wieder deutlich zulegen, zuletzt im Juni um 22,1 Prozent.

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