El Prix Sommer 2026 Elektroautos – mit mehr Reichweite als gedacht

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Reichweiten-Angaben von Elektroautos sind oft mit Vorsicht zu genießen, in der Realität kommen viele Fahrer deutlich weniger weit. Dass es auch anders geht, zeigt ein norwegischer Reichweiten-Test mit 24 Modellen.

Elektroautos im Test des norwegischen Autofahrerverbands NAF – im Vordergrund der Testsieger Xpeng X9.(Bild:  Xpeng)
Elektroautos im Test des norwegischen Autofahrerverbands NAF – im Vordergrund der Testsieger Xpeng X9.
(Bild: Xpeng)

Der norwegische Automobilclub NAF hat die Ergebnisse seines Reichweitentests „El Prix“ veröffentlicht. Im Fokus standen 24 aktuell erhältliche, erst seit Kurzem gehandelte Elektroautos. Die Tester ermittelten, wie weit sie unter sommerlichen Praxisbedingungen tatsächlich fahren und wie stark die Ergebnisse von den Herstellerangaben abweichen.

Die Reichweite ist bei E-Autos ein größeres Thema als bei Verbrennern, weil ein ungeplantes Nachladen die Fahrt deutlich verzögert. Doch der Reichweitentest „El Prix“ des norwegischen Autofahrerverbands NAF zeigt, dass einige Modelle mit einer Ladung sogar weiterkommen als es die offiziellen Angaben ausweisen.

Bei der Abweichung von den offiziellen Reichweitenwerten setzte sich der Xpeng X9 an die Spitze. Der chinesische Van kam 650 Kilometer weit und übertraf seine WLTP-Reichweite um 65 Kilometer beziehungsweise 11,4 Prozent. Das Fahrzeug blieb mehr als elf Stunden im Testbetrieb unterwegs. Der Xpeng X9 habe sich deutlich von den Wettbewerbern abgehoben, heißt es in einer Mitteilung von Xpeng unter Berufung auf die El-Prix-Organisatoren.

Auf Rang zwei der Positiv-Abweichung folgte der Kia EV2. Mit 325 Kilometern erzielte er zwar die geringste Reichweite im Testfeld, lag damit dennoch 17 Kilometer beziehungsweise 5,4 Prozent über seinem Normwert. Auf Platz drei der positiven Überraschungen kam der Mercedes GLB 350 mit einer 593 gefahrenen Kilometern bei einer WLTP-Reichweite von 563 Kilometern (+5,3 %).

Insgesamt kamen elf der 24 Fahrzeuge weiter als offiziell angegeben. Der Toyota bZ4X schaffte eine Punktlandung, zwölf Modelle blieben hinter den angegebenen Reichweiten zurück.

MG IM6 bleibt deutlich zurück

Schlusslicht im Testfeld mit dem deutlichsten Unterschreiten der Reichweite ist der MG IM6, der statt der versprochenen 505 lediglich 446 Kilometer schaffte. Das waren 11,7 Prozent weniger als angegeben. Die größten Abweichungen nach dem MG lieferten der Hyundai Ioniq 9 mit 566 Kilometern (–34 km /–5,7 %) sowie der Mercedes-Benz CLA mit 675 Kilometern (–33 km/–4,7 %). Tatsächlich waren damit die meisten Reichweiten-Unterschreitungen wenig dramatisch – in zehn Fällen lag die Abweichung unter 5 Prozent.

Die größten Distanzen legten der BMW iX3 mit 781 Kilometern (+1,5 % zur WLTP-Reichweite), der Lucid Gravity mit 720 Kilometern (–3,7 %) sowie der Mercedes-Benz CLA mit 675 Kilometern (–4,7 %) zurück. Grundlage waren jeweils große Batterien mit 109, 123 beziehungsweise 90 kWh Speicherkapazität.

Der NAF El Prix wird zweimal jährlich vom norwegischen Automobilverband NAF und dem Fachmagazin Motor durchgeführt. Der Test gilt als wichtiger unabhängiger Praxistests für Elektrofahrzeuge. Die Fahrten wurden Anfang Juni bei Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad Celsius durchgeführt. Die Strecke führte über Landstraßen, Autobahnen und durch Ortschaften. Gefahren wurde mit für Norwegen typischen, eher moderaten Geschwindigkeiten.

Solche Bedingungen begünstigen einen geringeren Energieverbrauch als Fahrten auf Autobahnen mit anhaltend hohen Reisegeschwindigkeiten, wie sie oft in Deutschland gefahren werden. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass Elektromodelle der neuesten Generation bei moderater Fahrweise und guten Umfeldbedingungen weitgehend realistische Reichweitenversprechen geben können.

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