Acea Elektromodelle und China-Marken erobern Europas Automarkt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Der Strukturwandel des Neuwagenmarkts ist nicht mehr zu übersehen. BEVs und PHEVs werden immer beliebter – und die neuen Marken können liefern. Mehr als jeder zehnte Neuwagen kommt inzwischen aus China.

Der europäische Neuwagenmarkt hat im ersten Halbjahr deutlich zugelegt.(Bild:  Grimm – VCG)
Der europäische Neuwagenmarkt hat im ersten Halbjahr deutlich zugelegt.
(Bild: Grimm – VCG)

Ein starker Verkaufsmonat Juni hat den europäischen Neuwagenmarkt weiter nach oben gezogen. Wie der Herstellerverband Acea am Donnerstag (23. Juli) mitteilte, kamen im sechsten Monat des Jahres 1.407.332 Neuwagen in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien auf die Straßen. Das waren 13,1 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat.

Die Juni-Entwicklung gab dem europäischen Gesamtmarkt einen weiteren Schub. Nach sechs Monaten zählen die Behörden 7,232 Millionen Neuwagen. Das sind 6,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Die großen Märkte haben sich in den vergangenen sechs Monaten unterschiedlich entwickelt. Vor allem die Käufer in Italien (+9,5 %) und Großbritannien (+9,2 %) haben das Volumenwachstum unterstützt. In Spanien (+6,1 %) und Deutschland (+5,8 %) entwickelten sich die Verkäufe im europäischen Durchschnitt, während die französische Nachfrage eher schwach blieb (+1,8 %). Daneben legten zahlreiche mittlere Märkte wie Österreich (+15 %), Dänemark (+12,9 %) oder Polen (+10,5 %) signifikant zu.

Chinesische Hersteller gewinnen deutlich

Beim Blick auf die Hersteller wird die Verschiebung der Kundenpräferenzen zugunsten neuer Fabrikate im ersten Halbjahr deutlich. Wie im Kleinen in Deutschland gewinnen die chinesischen Anbieter deutlich an Zuspruch. Chery (+305 %), BYD (+145 %) und Leapmotor (+558 %) legten im dreistelligen Prozentbereich zu. Zusammengerechnet mit den Verkäufen der Geely Group (Volvo, Polestar) und SAIG (MG) kommen diese fünf chinesischen Hersteller auf 11 Prozent Marktanteil in den 31 einbezogenen Märkten.

Größter chinesischer Anbieter war in den ersten sechs Monaten mit 2,7 Prozent die Geely-Gruppe. SAIC kommt auf 2,5 Prozent, BYD auf 2,4 Prozent, gefolgt von Chery (2,2 % – mit den Marken Chery, Jaecoo, Omoda und Jetour) sowie Leapmotor (0,8 %). Im ersten Halbjahr 2025 kamen diese Hersteller auf einen Marktanteil von 6 Prozent.

Die etablierten Hersteller müssen demgegenüber teils deutlich Federn lassen, allen voran Mitsubishi (–40 %) und Ford mit einem Absatzrückgang von 15,2 Prozent. Nissan verlor 10,4 Prozent, die Renault-Gruppe 3,5 Prozent.

Batteriemodelle europaweit auf dem Vormarsch

In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden 1.608.200 neue batterieelektrische Autos registriert, was einem Anteil von 22,2 Prozent des europäischen Neuwagenmarkts entspricht. Auch die bereits reifen BEV-Märkte verzeichneten ein starkes Wachstum der E-Zulassungen: In Frankreich (+63 %), Deutschland (+48 %) und Dänemark (+41 %) und Großbritannien legte der BEV-Absatz weiter deutlich zu. Auch Belgien verzeichnete einen Anstieg (+8,2 %), wenn auch in einem moderateren Tempo.

Auch die Registrierungen von Plug-in-Hybrid-Modellen legten weiter zu und erreichten im ersten Halbjahr 742.411 Einheiten (+24,8 %). Dies wurde durch steigende Volumina in Schlüsselmärkten wie Italien (+84 %), Spanien (+39 %), Großbritannien (+38 %) und Deutschland (+18 %) vorangetrieben. Neue Plug-in-Hybrid-Elektroautos machen nun 10,3 % der EU-Registrierungen aus.

Bis Ende Juni 2026 gingen die Registrierungen von Benziner-Autos um 16,2 % zurück, mit Rückgängen in allen wichtigen Märkten. Mit 1.590.767 neuen Autos, die in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 registriert wurden, fiel der Marktanteil für Benzin auf 22,0 Prozent. Gleichzeitig blieb die Diesel-Nachfrage im Abwärtstrend. 467.571 Registrierungen bedeuten einen Rückgang um 17 Prozent.

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