Emil Frey beendet Fiat-Pkw-Vertrieb

Schlechtes Geschäft bei Auto Palazzo

| Autor: Jens Rehberg

Das Fiat-Netz zählt mittlerweile nur noch circa 200 Händler.
Das Fiat-Netz zählt mittlerweile nur noch circa 200 Händler. (Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Emil-Frey-Gruppe hat die Händlerverträge für Fiat und Abarth an ihrem Stuttgarter Standort in der Neckarstraße zum 31. Dezember 2020 gekündigt. Dies ist im Konzernabschluss der Autohandelsgruppe für das Geschäftsjahr 2017 zu lesen. Damit beendet die nach Umsatz größte deutsche Autohandelsgesellschaft ihr Vertriebsengagement für Pkw des Frankfurter Importeurs. Im vergangenen Jahr hat Auto Palazzo in Stuttgart 386 neue und gebrauchte Fiat- und Abarth-Modelle verkauft. 2016 waren es noch 612 gewesen.

Weder die Händlernetzentwicklung von FCA in Frankfurt noch Emil Frey wollten sich auf Anfrage zu der Fiat-Vertragskündigung äußern – es hieß vonseiten der Handelsgruppe lediglich lapidar, der starke Rückgang im Vertriebsgeschäft mit Fiat-Modellen an dem Standort sei auf einen entsprechenden Rückgang der Kundennachfrage zurückzuführen.

Kein Wort jedoch zur zukünftigen Ausrichtung des Standorts. Wie der Importeur allerdings durchblicken ließ, sollen zumindest die Fiat-Professional-Verträge mit der Frey-Handelstochter nahe des Stuttgarter Neckartors erhalten bleiben.

Auf der Auto-Palazzo-Website finden sich zwar auch noch Hinweise auf einen Handel mit Alfa-Romeo-Fahrzeugen, der Vertriebsvertrag lief aber bereits im Frühjahr 2017 aus.

Fortführen will Emil Frey in Deutschland hinsichtlich FCA einzig den Verkauf von Maserati in Frankfurt über die Hessengarage. Im vergangenen Jahr vermarktete die Frey-Tochter in der Bankenmetropole gut 200 neue und gebrauchte Einheiten des italienischen Luxusfabrikats.

Die Emil-Frey-Gruppe verkaufte im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt 101.000 Neu- und Gebrauchtwagen – eine Steigerung von 9,1 Prozent im Vergleich zu 2016. Hauptwachstumstreiber waren die Übernahme dreier Mercedes-Niederlassungen aus 2016 sowie Wachstum im Geschäft mit der Hauptmarke Ford – rund 2.600 Einheiten mehr als im Vorjahr.

So schlecht wie kein anderes von der Frey-Gruppe in Deutschland vertretenes Fabrikat entwickelte sich dagegen in Sachen Volumen Fiat (-40 %). Daneben verkaufte die Gruppe 2017 noch von Hyundai (-26,5 %), Land Rover (-23,4 %), Mazda (-14,2 %) und VW (-11,1 %) deutlich weniger Fahrzeuge als im Vorjahr.

Die Autohandelsgruppe erwirtschaftete laut ihrer Holding-Bilanz im vergangenen Jahr rund 3,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,2 Mrd. Euro). Übrig blieb unter dem Strich – nach einer schwarzen Null im Vorjahr – ein Gewinn von gut 28 Millionen Euro, was einer Umsatzrendite von 0,8 Prozent entspricht.

Die Eigenkapitalquote des Konzerns betrug nach den Zahlen des jüngsten Abschlusses zuletzt 8,7 Prozent. Ende 2017 beschäftigte die Gruppe hierzulande rund 4.500 Mitarbeiter.

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