Emil Frey setzt auf Kontinuität beim Stern

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Umdenken ist für die Mitarbeiter auch in anderer Hinsicht angesagt, denn bei der Emil Frey Gruppe wird Eigenverantwortung großgeschrieben. „Früher waren die Mitarbeiter weisungsgebunden. Heute sind sie Kunden von der Daimler AG und müssen unternehmerisch handeln“, bemerkt Rudolf Wohlfarth.

Folglich sind die Hierachien im Unternehmen flach: Neben Geschäftsführer Detlef Barthelmes, der alle Mercedes-Benz-Aktivitäten der Emil Frey Gruppe Deutschland koordiniert, gibt es an jedem der sechs Standorte einen Verantwortlichen, der sich in seinem Marktgebiet um das operative Geschäft kümmert. Darüber hinaus gibt es Spartenleiter für das Pkw-, Gebrauchtwagen- oder das Servicegeschäft.

Harter Wettbewerb im Nutzfahrzeuggeschäft

Als zentrale Aufgabe für die kommenden eineinhalb bis zwei Jahre nennt Rudolf Wohlfarth neben einer noch stärkeren Kundenorientierung und einer engeren Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Standorten das Halten des aktuellen Bestands. Denn speziell im ertragsreichen Nutzfahrzeuggeschäft ist der Wettbewerb hart: Die Nutzfahrzeugbetriebe in Schweinfurt und Göttingen konkurrieren beide mit den knapp 50 Kilometer entfernten Nfz-Niederlassungen in Würzburg und Kassel, die Daimler behalten hat. Detlef Barthelmes spricht dennoch von einem fairen Wettbewerb: „Es gibt eine klare Gebietsverteilung“, sagt er.

Die Hinzunahme eines weiteren Fabrikats schließt Rudolf Wohlfarth trotz der großzügigen Platzverhältnisse in den übernommenen Niederlassungen aus: „Ich bin ein Verfechter von sortenreinen Stand-alone-Betrieben“, erklärt er. Ob die Betriebe in der jetzigen Größe allerdings in zehn bis fünfzehn Jahren noch eine Daseinsberechtigung haben werden, bezweifelt der CEO: „Ich glaube, dass wir künftig statt großer Schauräume komfortable Kundenlounges haben werden, in denen die Fahrzeuge virtuell in unterschiedlichen Ausführungen präsentiert werden.“

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