Seat Endgültiger Bestellstopp für den Alhambra

Von Andreas Grimm

Die Zukunft des Fahrzeugtyps Familien-Van ist schon lange düster. Jetzt laufen auch noch der Seat Alhambra und das Schwestermodell VW Sharan aus. Neubestellungen sind schon nicht mehr möglich – zumindest bei Seat. Der Handel sieht den Verlust gelassen.

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Der Seat Alhambra ist quasi Geschichte, Neubestellungen sind nicht mehr möglich. Das Werk in Palmela arbeitet nur noch den Auftragsbestand ab.
Der Seat Alhambra ist quasi Geschichte, Neubestellungen sind nicht mehr möglich. Das Werk in Palmela arbeitet nur noch den Auftragsbestand ab.
(Bild: Seat)

Seat hat den Van Alhambra aus dem Angebot genommen. Das bislang als Fünf- oder Siebensitzer verfügbare Modell ist nicht mehr bestellbar. Die Produktion läuft zwar noch bis Ende des Jahres weiter, es werden allerdings nur bereits eingegangenen Aufträge abgearbeitet. Allerdings können die Spanier auch gar nicht anders, da die Produktion des Alhambra an die Fertigung des VW Sharan gekoppelt ist, der ebenfalls eingestellt wird. Interessanterweise ist der VW-Familienvan zumindest online noch konfigurierbar.

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Die deutschen Seat-Partner haben die Entscheidung zum Alhambra-Aus ohne große Proteste zur Kenntnis genommen. „Das ist in Ordnung“, sagt Martin Braunheim, im Händlerbeirat zuständig für das Thema Vertrieb. Der Alhambra wird in seiner heutigen Form bereits seit 2010 gebaut, die Nachfrage ist seit Langem rückläufig. „Der Tarraco hat die Alhambra-Kundschaft längst übernommen“ – so erklärt Braunheim, warum der Verlust des zweiten Modells nach dem Kleinwagen Mii die meisten Händler nicht sonderlich schmerzt. Der große SUV sei günstiger und zeitgemäßer. Über das Ende des Vans sei der Handel informiert gewesen und hätte bei Bedarf noch auf Lager bestellen können.

Darauf setzt nun auch der Importeur. „Leider ist der Alhambra nicht mehr ab Werk bestellbar“, heißt es auf dessen Webseite. „Aber keine Sorge. Dein Seat Partner hat bestimmt noch das eine oder andere Modell auf Lager.“ Viele Ausstattungsvarianten waren für die Kunden sowieso nicht mehr verfügbar. Unter anderem war bereits im August 2021 die Dieselmotorisierung für den Alhambra gestrichen worden. Hintergrund war, dass der Konzern den alten 2.0-Liter-TDI-Motor nicht mehr auf die Abgasnorm Euro 6 AP umstellen wollte, die seit Anfang 2022 in Europa verpflichtend ist. Als einzige Motorisierung ist seither der 110 kW/150 PS starke 1,4-Liter-Benziner erhältlich.

„Der Alhambra war für uns ein wichtiges Vorbild, seit seiner Markteinführung haben wir mehr als 500.000 Einheiten verkauft – davon rund 100.000 in Deutschland“, würdigt Seat das Modell. Gleichzeitig weisen die Spanier darauf hin, dass der Tarraco besser „an die aktuellen Markttrends angepasst“ sei – unter anderem wird er als Hybrid angeboten. Und für die Zielgruppe „große Familien“ sei das Modell, das es auch als Siebensitzer gibt, ebenfalls geeignet.

Gebaut wird der Alhambra im portugiesischen Palmela gemeinsam mit dem Schwestermodell VW Sharan. Mit dem Ende der beiden Familienautos schrumpft das gebeutelte Segment der großen Vans weiter. Zu den wenigen verbliebenen Modellen zählen Renault Espace, Ford Galaxy und S-Max – allesamt Auslaufmodelle, die künftig wohl durch SUVs oder Crossover ersetzt werden.

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