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Erste Opel-Niederlassungen ersetzen Dresen in Köln

| Autor: Jens Rehberg

Im Kölner Westen konnte die Dresen-Gruppe nicht so richtig Fuß fassen. Da auch kein anderer Partner sich die teuren Lagen leisten will, geht Opel nun selber in die Domstadt hinein.

Nach über 50 Jahren eröffnet Opel wieder eine Handelsniederlassung.
Nach über 50 Jahren eröffnet Opel wieder eine Handelsniederlassung.
(Bild: PSA)

Am kommenden Wochenende eröffnet Opel den ersten gelben Schauraum unter dem Dach einer PSA-Niederlassung in Deutschland. Im Kölner Süden, der bislang von keinem anderen Opel-Partner besetzt war, hat PSA Retail Opel in einen Peugeot- und DS-Standort integriert. Dafür musste allerdings Citroën weichen. Laut einer Presseerklärung aus Rüsselsheim soll zudem im Kölner Westen bald eine zweite Opel-Niederlassung folgen – auch dort ersetzt Opel Citroën.

Diese zweite Niederlassungsfiliale ist nur circa einen Kilometer von einem großen Opel-Autohaus in der Oskar-Jäger-Straße entfernt, in dem in den vergangenen Jahren mehrfach der Betreiber wechselte. Derzeit agiert dort noch die Dresen-Gruppe, allerdings eher glücklos, wie zwischenzeitlich immer wieder zu hören war.

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Wie der ehemalige Opel-Händler Peter Dahlmann, der sich bei Dresen noch immer um das Immobilien-Management kümmert, im Gespräch mit »kfz-betrieb« bestätigte, hat die Dresen-Gruppe schließlich die Reißleine gezogen und wird den Opel-Betrieb im Kölner Westen zum Jahresende aufgeben. Der Großteil der Belegschaft werde auf andere Dresen-Filialen verteilt, für einen kleineren Teil werde derzeit ein Sozialplan ausgearbeitet.

Eigentlich war Dresen davon ausgegangen, dass der Opel-Niederlassungsbetrieb nicht vor Jahresende startet. Nun scheint aber einiges darauf hinzudeuten, dass dies schon früher passiert. Bereits Ende Juli soll Citroën den Retail-Standort an der Widdersdorfer Straße verlassen, dann startet der Umbau des Betriebes. Sollte sich der operative Betrieb der beiden eng beieinander sitzenden Opel-Standorte für eine relevante Dauer überschneiden, will Dresen laut Peter Dahlmann das Autohaus an der Oskar-Jäger-Straße schon früher schließen.

Derweil trommelt Opel schon kräftig für den jetzt öffnenden neuen Standort im Kölner Süden. Am Einführungswochenende ist beispielsweise der auslaufende Corsa zu Konditionen zu bekommen, bei denen nach Einschätzung eines Opel-Händlers „kein Geld verdient wird“. Die Ein-Prozent-Finanzierung für die angebotenen Tageszulassungen ist für eine Monatsrate von 85 Euro gerechnet (36 Monate; Anzahlung: 980 Euro; Schlussrate: 8.840 Euro). Der Hersteller betont allerdings immer wieder, dass die Retail-Tochter dieselben Konditionen wie alle anderen Opel-Vertriebspartner bekommen würde.

Der PSA-Retail-Mehrmarkenstandort am Kölner Raderberggürtel dehnt sich über eine Fläche von fast 14.000 Quadratmetern aus. Von den 2.800 Quadratmetern Gebäudefläche nimmt der Opel-Verkauf künftig 380 Quadratmeter ein. Die 33 Mitarbeiter am Standort führt Matthäus Schmid. Dabei gab es nach Informationen von »kfz-betrieb« keinen Austausch der Marken-Teams – die Citroën-Mannschaft soll also künftig Opel vermarkten. 2018 wurden an dem Standort insgesamt 860 PSA-Neuwagen und 1.120 Gebrauchtfahrzeuge abgesetzt.

Zu den kurzfristigen Opel-Absatzzielen macht PSA keine Angaben. 2021 sollen an beiden Kölner Standorten dann rund 1.000 neue Opel verkauft werden.

Beim Opel-Händlerverband äußerte sich am Donnerstag niemand zur Haltung der Händlervertreter in Bezug auf den Start des neuen Wettbewerbers im Netz.

Rüsselsheim will bis Ende 2019 in sieben europäischen Märkten insgesamt 29 eigene Opel- und Vauxhall-Standorte eröffnet oder übernommen haben. Ab Januar 2020 will PSA Retail auch Opel-Originalteile über sein Netzwerk von europaweit 35 Teilezentren vertreiben.

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 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«