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Euromaster: „Schockiert“ über „Auto-Bild“-Werkstatttest

Autor: Jan Rosenow

Kein Euromaster-Betrieb entdeckte bei jüngst durchgeführten Werkstatttests im Auftrag der „Auto-Bild“ alle Mängel. Dabei wird die „Inspektion nach Herstellervorgaben“ bei der Reifenkette ausdrücklich beworben.

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Euromaster-Filiale (Symbolbild): Noch viel zu tun beim Autoservice.
Euromaster-Filiale (Symbolbild): Noch viel zu tun beim Autoservice.
(Bild: Euromaster)

Die Reifenhandelskette Euromaster, ein Unternehmen des Michelin-Konzerns, forciert seit mehreren Jahren das Geschäft mit Werkstattleistungen über den Reifenservice hinaus. Bundesweit ausgerollte Werbekampagnen sollen Autofahrer überzeugen, dort Inspektionen, Wartungen und Reparaturen durchführen zu lassen. Doch ob die Reifenbetriebe fähig sind, Inspektionen nach Herstellervorschrift fachgerecht durchzuführen, muss nach dem jüngsten Werkstatttest der Zeitschrift „Auto-Bild“ bezweifelt werden.

In der Ausgabe vom 7. Februar bilanzierte das Blatt nach verdeckten Besuchen in acht Filialen: „Euromaster erfüllt nicht einmal niedrigste Standards.“ Nur einer der getesteten Betriebe schaffte die Note „Ausreichend“, alle anderen schnitten mit „noch ausreichend“ bis „ungenügend“ ab.

Die Mechaniker in den Betrieben mussten Mängel an fünf Komponenten entdecken, deren Prüfung in den Wartungsvorschriften des Herstellers (Skoda) vorgeschrieben ist (Wischer, Verbandkasten, Hupe, Kühlanlage, ABS-System). Die „Inspektion nach Herstellervorgaben“ wird bei Euromaster ausdrücklich beworben. Trotzdem schaffte es kein einziger Betrieb, alle Mängel zu entdecken.

Euromaster will Schulungsinvestitionen erhöhen

Volker Zens, Vertriebsdirektor bei Euromaster, zeigte sich gegenüber »kfz-betrieb« entsetzt: „Das Ergebnis des Auto-Bild-Werkstatttests hat uns schockiert. Wir haben bereits mit der Aufarbeitung begonnen und prüfen alle Punkte im Detail. Sicher spiegelt das Vorgehen in anonymen Tests nicht voll umfänglich die Realität wider, aber die beschriebenen Erlebnisse in unseren Servicecentern entsprechen nicht im Geringsten unseren Qualitätsstandards. Wir haben umgehend reagiert und die Schulungsinvestitionen sofort erhöht. Noch in diesem Monat werden die Mitarbeiter flächendeckend und intensiv geschult. Auch Kontrollmechanismen wie beispielsweise Mystery Shopping wurden sofort verstärkt.“

Euromaster betreibt in Deutschland rund 260 eigene Filialen und über 80 Franchisebetriebe. Die untersuchten Standorte waren allesamt Euromaster-eigene Betriebe. Nach Angaben einer Sprecherin nutzt Euromaster für Inspektionen die Wartungsinformationen der Hersteller. Die Informationsbeschaffung läuft über Repdoc, über Bosch KTS und direkt über die Hersteller.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group