Suchen

Europäischer Nutzfahrzeugmarkt bleibt im Minus

| Autor: Andreas Grimm

Die boomende Nutzfahrzeugnachfrage scheint Geschichte. Im Oktober gingen die Zulassungszahlen den zweiten Monat in Folge in die Knie. Vor allem in Osteuropa deutet vieles auf eine Krise hin. Das Gesamtjahr wird die Branche aber mit einem Plus beenden.

Firmen zum Thema

Derzeit nicht mehr so sehr gefragt in Europa: die schwere Klasse.
Derzeit nicht mehr so sehr gefragt in Europa: die schwere Klasse.
(Bild: DAF)

Die lange boomende Nutzfahrzeugnachfrage in Europa hat einen deutlichen Dämpfer bekommen. Nachdem schon im September die Neuzulassungen um 10 Prozent gefallen waren, ging es im Oktober nochmals kräftig nach unten. In den Staaten der EU und der Efta kamen laut dem Herstellerverband ACEA noch 212.969 Lkw, Transporter und Busse neu auf die Straßen. Das waren 7,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Angesichts der bislang in den ersten acht Monaten des Jahres anhaltend gestiegenen Zulassungszahlen ist die Branche im Gesamtjahr noch im Plus. Seit Jahresstart wurden 2,21 Millionen Nutzfahrzeuge neu angemeldet, ein Plus um 3,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Zu möglichen Ursachen des Rückgangs machte der Herstellerverband keine Angaben. Denkbar ist ein Effekt der WLTP-Umstellung für Nutzfahrzeuge, aber auch ein Niederschlag der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung.

Besonders deutlich fiel der Zulassungsrückgang in Deutschland mit einem Minus von 11,4 Prozent aus. Auch der Absatz in Großbritannien (-9,3 %) und Frankreich (-2,6 %) war rückläufig. Noch leicht im Plus war die Nachfrage dagegen in Italien (+0,7 %) und Spanien (+0,9 %). Dagegen meldeten viele kleinere Länder deutlich zweistellige Rückgänge. In Westeuropa war die Entwicklung dabei weniger drastisch (-6,4 %) als in Osteuropa (-15,0 %).

Der Absatzrückgang betraf im Oktober fast alle Nutzfahrzeugsegmente mit Ausnahme der Bus-Sparte. In diesem schmalen Segment kamen noch 3.646 Einheiten neu auf die Straßen, ein Plus von immerhin noch 1,3 Prozent in den EU- und Efta-Staaten.

Dagegen war die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen deutlich rückläufig. Die Händler verkauften europaweit noch 175.329 Einheiten in der Sprinter-Klasse – 6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auch hier fiel die Entwicklung in Osteuropa (-8,2 %) deutlicher aus als im Westen (-5,6 %). Unter den alten EU-Ländern verzeichnete Großbritannien die höchsten Rückgänge (-11 %).

Noch deutlich heftiger waren die Einbrüche bei den mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen: 33.994 Einheiten entsprechen einem Rückgang um 14,3 Prozent gegenüber den Absatzzahlen im Oktober 2018. Besonders deutlich fallen dabei die Zahlen der osteuropäischen Länder ins Auge, wo sich die Nachfrage in einzelnen Märkten teilweise fast halbiert hat. Insgesamt fällt der Absatz in den Ost-Staaten um 28,4 Prozent, während der Einbruch in Westeuropa um 11,5 Prozent deutlich glimpflicher verlaufen ist.

(ID:46258371)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«