Europäischer Nutzfahrzeugmarkt bleibt im Minus

Autor: Andreas Grimm

Der Nutzfahrzeugmarkt ist im November deutlich geschrumpft – zum dritten Mal in Folge. Die Ursache liegt laut dem Herstellerverband Acea an der WLTP-Einführung. Doch auch konjunkturelle Gründe sind nicht auszuschließen.

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(Foto: Daimler)

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist endgültig auf Talfahrt. Im November gingen die Neuzulassungen mit 204.964 Einheiten nach Angaben des Herstellerverbands Acea zum dritten Mal in Folge zurück. Das Minus von 8,9 Prozent in den Staaten der EU und der Efta fällt dabei stärker aus als im Oktober (-7,3 %).

Trotz des fortgesetzten Rückgangs bleibt das Nutzfahrzeuggeschäft im Gesamtjahr 2019 im Plus. Nach elf Monaten weist Acea für den europäischen Markt 2,42 Millionen Neuzulassungen aus, ein Anstieg um 2,2 Prozent. Allerdings: Vor dem einsetzenden Rückgang war der Markt im August noch um 6,5 Prozent im Plus gewesen.

Der aktuelle Käuferschwund trifft dabei die gesamte Branche. Er hat im November alle Nutzfahrzeugsegmente ebenso erfasst wie fast alle europäischen Märkte. Besonders dazu beigetragen hat aber, dass der Absatz auf allen großen Märkte zurückging, am stärksten in Italien (-11,7 %), am geringsten in Spanien (-2,5 %). In Westeuropa gingen die Erstzulassungen im Vergleich zu November 2018 um 7,9 Prozent auf 179.300 Einheiten zurück, in Osteuropa sackte der Markt um 17,4 Prozent auf 19.400 Einheiten ab. In den Efta-Staaten wurden noch 6.300 Nutzfahrzeuge verkauft (-18,2 %).

Besonders deutliche Rückgänge verzeichnet die Acea-Statistik für die schwere Klasse. Die Erstanmeldungen für Fahrzeuge über 16 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht sanken europaweit um 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 23.500 Einheiten. Ein WLTP-Effekt ist als Ursache denkbar, da die Zulassungen in dieser Klasse im ersten Halbjahr teils deutlich gestiegen waren (Vorzieheffekte). Allerdings sind sie nun schon seit Juli – und damit früher als in anderen Segmenten – mit prozentual deutlich zweistelligen Rückgängen auf Talfahrt.

Das größte Volumen an Nutzfahrzeugen stellen Transporter mit maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. In dieser Klasse sind die Neuzulassungen seit September im Rückwärtsgang. Im November kamen noch 171.600 neue Nutzfahrzeuge auf die Straßen, ein Minus von 8,3 Prozent. Laut Acea ist die WLTP-Einführung in diesem Segment die Hauptursache für den nun zu verzeichnenden Zulassungsrückgang.

Uneinheitlich in der Entwicklung zeigt sich das zahlenmäßig kleine Bussegment. Die europäische Nachfrage sank um 4,1 Prozent. In den großen Märkten legte der Absatz dabei in Großbritannien (+13,3 %) und Frankreich (4,3 %) sogar zu, in Italien (-31.8 %) und Deutschland wiesen die Zahlen dagegen scharf nach unten (-9.0 %).

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«