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Fahrer bremst E-Scooter bei Tempo 40 mit Schuhsohlen

| Autor: Andreas Grimm

E-Roller geraten derzeit regelmäßig in die Schlagzeilen, weil sie die Fahrer anscheinend zu unbedachten Aktionen verführen. In Erfurt hat die Polizei nun ein Modell aus dem Verkehr gezogen, das selbst lang gediente Beamte staunen ließ.

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Mit diesem E-Scooter war ein 19-Jähriger in Erfurt mit Tempo 40 unterwegs.
Mit diesem E-Scooter war ein 19-Jähriger in Erfurt mit Tempo 40 unterwegs.
(Bild: Polizeiinspektion Erfurt)

Die Polizei in Erfurt hat einen E-Scooter aus dem Verkehr gezogen, der mit Tempo 40 durch die Stadt brauste. Den Beamten im Streifenwagen war das Gefährt aufgefallen, als es annähernd mit der innerorts erlaubten Höchstgeschwindigkeit unterwegs war. Spätestens als sie den Fahrer anhalten wollten, wurde klar, dass dieser die Fahrt nicht mehr fortsetzen kann. Da die Bremsen nicht mehr funktionierten, musste der Scooter mithilfe der Schuhsohlen zum Stehen gebracht werden.

Weiter heißt es in einer Mitteilung der Polizei, dass der Roller aufgrund der Leistungsdaten als Kleinkraftrad zu behandeln sei. Dafür hatte der 19-jährige Steuermann allerdings keinen Führerschein, weshalb er sich nun unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten muss. Bei genauerem Hinsehen wurde die Liste der Verstöße noch länger: Der 19-Jährige hatte falsche Versicherungskennzeichen angebracht, weshalb gegen ihn nun auch noch wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung und des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz ermittelt wird. Das Gefährt selbst wurde von der Polizei sichergestellt.

Mindestens jeder vierte Scooter-Fahrer verstößt gegen die Regeln

Dass die Nutzer von E-Scootern die Verkehrsvorschriften nicht so genau nehmen, hatte in der vergangenen Woche bereits eine Untersuchung des ADAC gezeigt. Dafür hatte der Autofahrerclub rund 4.000 Scooter-Fahrer beobachtet. Bei einem Viertel konnte der Automobilclub Regelverstöße erkennen. Gesammelt wurden die Daten in Berlin, Hamburg, München, Köln, Stuttgart und Heidelberg an Werktagen zwischen 7:30 und 17:30 Uhr. Möglicherweise ist die Quote des Fehlverhaltens aber noch höher, da die Inhalte von Polizeiberichten darauf hinweisen, dass sich das Fehlverhalten in den Abendstunden nochmals drastisch erhöht.

Bei den vom ADAC dokumentierten Verstößen handelt es sich vor allem um das Fahren in Fußgängerzonen. Daneben fielen die Beförderung von zwei Personen auf einem Scooter und Fahrten ohne Versicherungskennzeichen auf. Nahezu kein Nutzer trug einen Helm, obwohl die Gefahr von Kopfverletzungen bei einem Unfall angesichts der höheren Geschwindigkeit erheblich ist.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«