Ford-Händlerverband: „Ford steht zu seinem Händlernetz“

Elektromobilität könnte zu Vertragsänderungen führen

| Autor: Julia Mauritz

Johann Gesthuysen, Präsident und Hauptgeschäftsführer des Ford-Partnerverbands, auf der Verbandstagung in Dresden.
Johann Gesthuysen, Präsident und Hauptgeschäftsführer des Ford-Partnerverbands, auf der Verbandstagung in Dresden. (Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Die Ford-Partner sehen sich im Vergleich zu den beiden anderen deutschen Volumenherstellern in einer vergleichsweise guten Situation: Weder stehen Vertragskündigungen im Raum, noch gibt es konkrete Pläne in Deutschland für einen digitalen Direktvertrieb. Außerdem hat der Ford-Partnerverband durch sein Beiratsmandat die Möglichkeit, grundlegende Veränderungen, die auf den Handel zukommen, aktiv mitzugestalten. Ein dritter Punkt ist, dass Ford 2017 das fünfte Jahr in Folge zugelegt hat. Der Kölner Hersteller erreichte im vergangenen Jahr mit 7,7 Prozent den besten Marktanteil seit 15 Jahren.

Dennoch herrscht in der Ford-Organisation nicht nur Sonnenschein: Das wurde auf der Jahreshauptversammlung des Ford-Partnerverbands am Freitag in Dresden klar. Neben den Auswirkungen der Dieselkrise beschäftigt die künftige Rolle des Handels den Verband. Mit der Einführung des ersten neuen Elektromodells im Jahr 2020 werden aller Wahrscheinlichkeit nach vertragliche Veränderungen auf den Handel zukommen. Dazu kommt die Frage, welche Auswirkungen die geplanten Kostensenkungen des amerikanischen Mutterkonzerns infolge des Brexits auf das Geschäft in Deutschland haben werden.

Auch im Tagesgeschäft lief 2017 bei den Ford-Händlern nicht alles rund: „An erster Stelle ist die katastrophale Liefersituation vor allem der Volumenmodelle zu nennen“, sagte Johann Gesthuysen, Präsident und Hauptgeschäftsführer des Ford-Partnerverbands. Durch die Modellwechsel bei Ecosport und Fiesta seien die Händlerhöfe im vergangenen Sommer teilweise leergefegt gewesen.

Erschwerend kam hinzu, dass die Händler vielfach nicht in der Lage gewesen seien, ihren Kunden zuverlässige Liefertermine zu nennen. „Wir haben zwar im vierten Quartal noch die Kurve gekriegt, aber leider konnten wir den Renditeknick nicht mehr auffangen“, bedauerte Gesthuysen. Auch die zu komplexen Marketingprogramme und Missstände im Service, allen voran in der Systemstabilität, wurden auf der Verbandstagung bemängelt. Generell ächzen die Händler unter der Leistungsstruktur. „Sie ist zwar zielgerichtet, führt aber vielfach zu einem Druck, der kaum über 12 Monate aufrechtzuerhalten ist“, sagte Gesthuysen.

Umsatzrendite 2017 gesunken

Die wirtschaftliche Situation im Handel ist angesichts der gestiegenen Verkaufszahlen und des höheren Umsatzes im Vertrieb verbesserungswürdig: Die durchschnittliche Umsatzrendite ist 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent gesunken. „Das mit Ford gemeinsam gesteckte Ziel, mittelfristig zwei Prozent Umsatzrendite zu erreichen, wurde 2017 somit klar verfehlt“, unterstrich Fabio Krause, Geschäftsführer des Ford-Partnerverbands. Vor allem im zweiten Quartal hätten viele Händler ihre Monats- und Quartalsziele nicht erreicht.

Doch das sei nur eine Seite der Medaille: „Trotz des prozentual rückläufigen Ergebnisses haben die Ford-Partner aber in Euro gemessen mit durchschnittlich 239.000 Euro das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten erzielt“, bemerkte Krause. Zudem stelle sich die wirtschaftliche Betriebssituation im Netz sehr unterschiedlich dar: 39 Prozent der Ford-Partner hätten eine Umsatzrendite von über zwei Prozent erwirtschaftet, bei 16 Prozent lag sie sogar über 4 Prozent.

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