Gebrauchtwagenbörse Auto4you startet im April

Plattform will sich um „Wahrung der Händlerinteressen“ kümmern

| Autor: Martin Achter

Harald Leichnitz, Vorstandsvorsitzender des Garantieversicherers GGG, steht hinter der neuen Gebrauchtwagenplattform Auto4you, die sich als Alternative zu den etablierten Markplätzen positionieren will.
Harald Leichnitz, Vorstandsvorsitzender des Garantieversicherers GGG, steht hinter der neuen Gebrauchtwagenplattform Auto4you, die sich als Alternative zu den etablierten Markplätzen positionieren will. (Bild: GGG)

Auf der Website läuft schon der Countdown – in einem Monat soll es so weit sein: Die neue Gebrauchtwagenplattform Auto4you will online gehen. Als Start für das Angebot ist April 2018 geplant, wie der Marktplatz auf Anfrage mitteilte. Über 500 Händler mit ihren Fahrzeugbeständen hätten sich in den vergangenen Wochen registriert. Bis Frühjahr kommenden Jahres wolle die Plattform mit 2.500 Partnern zusammenarbeiten.

Das Angebot richtet sich nach Angaben des Plattformbetreibers an freie und markengebundene Händler. Angebote von Privatverkäufern sind demnach ausgeschlossen. Zu den Handelsbetrieben, die vom Start an vertreten sein sollen, gehören unter anderem die Gebrauchtwagenanbieter Dat Autohus und Auto Expo.

Hinter Auto4you steht der Fahrzeuggarantieanbieter GGG mit Sitz in Laatzen bei Hannover. Die Idee für das Angebot wurde 2017 geboren. Ziel der Börse sei es, Händlern „eine echte Alternative“ zu den bestehenden Marktplätzen zu bieten, erklärte Harald Leichnitz, Vorstandsvorsitzender der GGG und Projektverantwortlicher für Auto4you. Im Gegensatz zu den etablierten Playern am Markt sei Auto4you „bestrebt, in erster Linie wieder den Wünschen und Erwartungen der Händler gerecht zu werden“.

Der Markt sei heute „geprägt von einem Autobörsen-Duopol, das sich über die letzten eineinhalb Jahrzehnte herausgebildet hat“, betonte Leichnitz. Die Angebote stießen im Handel jedoch „vermehrt auf heftigen Widerstand“, Hauptkritikpunkt seien die „mit zunehmender Marktmacht exorbitant gestiegenen Angebotspreise“. Vor diesem Hintergrund habe sich die GGG entschieden, ihr Geschäft um eine Handelsplattform zu erweitern, um Händler bei der Onlinevermarktung zu unterstützen.

Die bisher registrierten Händler stammten aus den Reihen der GGG-Partner, jedoch seien auch Händler aus dem Umfeld der VW-Konzernmarken vertreten, erläuterte Leichnitz. Mit der Zahl der bisher vertretenen Partner werde Auto4you „bereits mit dem Markteintritt eine Größe aufweisen, die es zu einem bedeutenden Player der Branche und für Kaufinteressenten zu einem attraktiven Recherchepool“ mache.

Auto4you wolle bei Händlern auf zwei Ebenen überzeugen: zum einen durch „günstige Angebotspreise“, die nach Größe des Fahrzeugbestands gestaffelt sind; das größte Paket für bis zu 3.000 Inserate soll knapp 300 Euro netto pro Monat kosten. Zum anderen will die Plattform nach eigenen Angaben auf – bei Wettbewerbern teils kostenpflichtige – Funktionalitäten verzichten, die die Aufmerksamkeit der Kaufinteressenten auf einzelne Händler lenken und unter Umständen deren Geschäft beeinflussen. Beispiele hierfür sind laut Auto4you: Topangebote, Händlerbewertungen, Preisbewertungen oder Finanzierungsangebote von Börsenbetreibern.

Für GGG steht bei Auto4you „Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund“, betont Vorstandschef Leichnitz. Die Plattform gehöre nicht zum Kerngeschäft. Die Einnahmen, die GGG mit Auto4you erziele, sollten lediglich in den den Betrieb des Marktplatzes, in dessen Weiterentwicklung sowie in Werbung fließen.

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