Gefahren: BMW 740e i-Performance

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Emissionsfreies Fahren ohne Verzicht auf Luxus und Komfort? Auch in der Oberklasse hält der Plug-in-Hybrid langsam Einzug. Nach der Mercedes S-Klasse bittet nun auch BMW den 7er an die Steckdose.

BMW hat den 7er mit einem Stecker ausgestattet.
BMW hat den 7er mit einem Stecker ausgestattet.
(Bild: BMW)

Gespenstisch leise rollt die zwei Tonnen schwere Limousine vom Hof. Das einzige, was sich bemerkbar macht, ist der Kies, der unter den Reifen knirscht. Von einem Motor dagegen ist nichts zu hören. Kein Wunder, der läuft nämlich auch gar nicht. Während der Benziner noch sanft vor sich hin schlummert, kümmert sich im mindestens 91.900 Euro teuren BMW 740e i-Performance ein Elektromotor um den Vortrieb.

Mit 83 kW/113 PS Leistung und 250 Nm Drehmoment ist der im Dingolfinger BMW-Werk gebaute Elektromotor problemlos in der Lage, das Flaggschiff der Münchner standesgemäß zu bewegen. Bis zu 140 km/h schafft der E-Antrieb alleine, und wer mit dem Stromvorrat aus dem ebenfalls in Niederbayern gefertigten, 9,2 kWh großen Akku etwas haushaltet, kommt über 40 Kilometer weit, ehe der Verbrenner eingreifen muss. Der Vierzylinder-Benzinmotor wiederum steuert 190 kW/258 PS und 400 Nm Drehmoment und kommt auch in einigen Märkten im Einstiegsmodell 730i zum Einsatz. Mit beiden Motoren erreicht der Hybrid-7er die Sechszylinder-Leistung des 740i: Identische 240 kW/326 PS Systemleistung stehen im Buche und 500 Newtonmeter Drehmoment.

Doch während sich der Reihensechser im 740i mindestens 6,8 Liter Benzin pro 100 Kilometer einverleibt, soll der 740e mit nur zwei Litern die gleiche Distanz zurücklegen können. Wie bei allen Plug-in-Hybriden gilt das natürlich nur auf den ersten hundert Kilometern und auch nur dann, wenn der Stromspeicher zuvor an der Steckdose komplett gefüllt wurde. Das dauert an der Haushaltssteckdose weniger als vier Stunden. Auf längeren Strecken dürfte sich der Konsum dagegen auch bei mindestens sechs Litern einpendeln.

Doch die Autobahn ist nicht das erklärte Jagdrevier des 740e, der auch mit langem Radstand und dann sogar mit Allradantrieb – und dem zungenbrecherischen Namen BMW 740Le x-Drive i-Performance – erhältlich ist. Vielmehr richtet sich das Angebot an wohlhabende Kunden aus dem Speckgürtel großer Städte, die den Wagen nachts zuhause laden, morgens 30 bis 40 Kilometer ins Büro stromern und dort wieder auftanken können, um am Abend ebenfalls lautlos und lokal emissionsfrei nach Hause zurück zu fahren. Im Idealfall brauchen sie den Benziner nur am Wochenende, wenn es in die Berge, an den See oder zur Verwandtschaft aufs Land geht.

Abgesehen vom grünen Gewissen, das einem nach jedem abgasfrei zurückgelegten Kilometer auf die Schulter klopft, fährt sich auch der 740e genauso tadellos wie seine konventionell betriebenen Geschwister, von denen er sich äußerlich durch ein i-Performance-Logo an den Flanken und ein paar blauen Akzenten, unter anderem in der Kühler-Niere, unterscheidet. Sanft gleitet die mit mindestens 19 Zoll großen Rädern bestückte Limousine über die Straßen, bei Bedarf sprintet der Münchner in unter fünfeinhalb Sekunden auf Tempo 100. Und falls man es bei der Landpartie mal krachen lassen will, hat er auch mit engen Kurvenradien kein Problem.

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