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Gefahren: Jaguar XF Sportbrake – Lademeister reloaded

| Autor: Julia Mauritz

Der britische Hersteller will mit seinem coupéhaften Kombi die XF-Neuzulassungen nach oben schrauben. Vor allem für Flottenkunden ist das neue Jaguar-Modell eine interessante Alternative.

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Der Jaguar XF Sportbrake kostet 2.500 Euro mehr als die Limousine.
Der Jaguar XF Sportbrake kostet 2.500 Euro mehr als die Limousine.
(Bild: www.dielena.de)

Zwei Jahre lang hatte Jaguar keinen Kombi im Programm: Flottenkunden der britischen Edelmarke hatten nur die Wahl zwischen drei Businesslimousinen und einem SUV. Mit der zweiten Generation des XF Sportbrake gibt es seit Mitte Oktober noch eine dritte Fahrzeugvariante, die für diese Zielgruppe maßgeschneidert ist. Von Januar bis November 2017 wurden hierzulande knapp 1.700 Jaguar XF neu in die Zulassung gebracht – eine eher homöopathische Dosis und sicher ein Grund, warum der Hersteller entgegen früherer Absichten wieder auf einen Kombi setzt. Den geplanten Sportbrake-Absatz kommuniziert der Kronberger Importeur wie üblich nicht. Er rechnet aber damit, dass sich künftig zwischen 40 und 50 Prozent der Neuwagenkäufer für den Kombi entscheiden werden.

Preislich startet das neue Modell bei 43.960 Euro. Soviel kostet der XF Sportbrake in der Basisausstattung Pure mit einem 120 kW/163 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel unter der Haube und in Kombination mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Im Vergleich zur gleich langen Limousine ist das ein Mehrpreis von 2.500 Euro. Die monatlichen Leasingraten beginnen bei 339 Euro.

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Punkten will Jaguar im von den deutschen Herstellern Audi, BMW und Mercedes dominierten oberen Mittelklasse neben dem eleganten Außendesign und dem hochwertigen und gewohnt lederlastigen Innenraum vor allem mit praktischen Attributen: Dazu zählen eine automatische Niveauregulierung für die Hinterachse, die bei Anhängelasten bis zu zwei Tonnen einen ausgewogenen Fahrkomfort sicherstellen soll, oder das optionale, 1,6 Quadratmeter große Panorama-Dach. Dessen Sonnenblende lässt sich genauso wie die Heckklappe per Gestensteuerung bedienen. Ein weiteres pfiffiges Detail ist, dass sich der Öffnungswinkel der Heckklappe je nach Garagenhöhe individuell einstellen lässt.

Für ein gesundes Klima im Innenraum sorgt neben dem Pollenfilter eine Luftionisierung. Für Kunden mit einem aktiven Lebensstil ist der ebenfalls optional erhältliche Activity Key die richtige Wahl: Dabei handelt es sich um ein wasserfestes Armband, mit dem sich das Auto zu- und wieder aufschließen lässt.

Kofferraum schluckt 565 bis 1.700 Liter

In puncto Ladevolumen kann der in England produzierte XF Sportbrake mit 565 Litern (1.700 Liter bei umgeklappten Sitzen) mit der Konkurrenz aus Deutschland und Schweden mithalten: Nur die Kombivariante der Mercedes E-Klasse schluckt mit 640 Litern nennenswert mehr als der britische Kombi.

Die Käufer haben zum Marktstart die Wahl zwischen insgesamt fünf Ausstattungslinien. Mit Ausnahme der Basisversion Pure sind Ledersitze unterschiedliche Güte dabei serienmäßig mit an Bord.

Motorenseitig bietet der Hersteller zum Marktstart vier Dieselantriebe an (drei Vierzylinder-Turbodiesel und einen V6-Twinturbodiesel) mit einem Leistungsspektrum von 120 kW/163 PS bis 221 kW/300 PS sowie einem 2,0-Liter-Benziner der neuen Ingenium-Baureihe des britischen Herstellers. Mit Ausnahme des Einstiegsdiesels verfügen alle über ein Achtgang-Automatikgetriebe. Optional gibt es den XF Sportbrake mit Allradantrieb. Der Kronberger Importeur geht davon aus, dass der Einstiegsdiesel und der 184 kW/250 PS starke Antrieb am gefragtesten sein werden.

Der getestete, 300 PS starke XF Sportbrake 30d mit 3,0-Liter-V6-Diesel in der Topausstattung S entpuppte sich bei den Testfahrten durch den Taunus nicht als Spritsparmeister: Am Ende der rund 80 Kilometer langen Strecke wies der Bordcomputer 9,7 Liter Verbrauch aus. In Sachen Fahrkomfort gibt es indes nichts zu meckern: Der Motor zeigte sich kultiviert und sehr laufruhig, die Lenkung präzise. Das riesige Panoramadach verstärkt das luftige Raumgefühl im Innenraum, der mit seinem hohen Lederanteil und seinem aufgeräumten Cockpit Jaguar-typisch selbst sehr anspruchsvolle Kunden zufriedenstellen dürfte. Restlos begeistert, dass es wieder einen Jaguar-Kombi gibt, ist man aber allerspätestens dann, wenn man die Rücksitze umklappt und eine vollständig ebene Ladefläche entsteht, die in der Tiefe schier nicht zu enden scheint. Merke: Es muss nicht immer ein SUV sein. Wer nicht gerade gesteigerten Wert auf eine hohe Sitzposition legt, ist mit dem XF Sportbrake vielfach besser bedient.

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 Julia Mauritz

Julia Mauritz

Redakteurin