Gefahren: Mazda MX-5 RF – Festes Dach, weiche Knie

Das Targa-Coupé ist höher positioniert als die Softtopvariante

| Autor: Julia Mauritz

Für Mazda-Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Kaplan ist der MX-5 RF ein wichtiger Imageträger.
Für Mazda-Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Kaplan ist der MX-5 RF ein wichtiger Imageträger. (Bild: Van der Vaart Fotografie/Mazda)

Fast jedes Auto hat eine Schokoladenseite. Der Mazda MX-5 RF (Retractable Fastback) nicht – er hat gleich vier. In den Handel rollt der formschöne Zweisitzer, der erstmals mit einem Targa-Dach erhältlich ist, am 3. und 4. Februar. Mindestens 29.890 Euro müssen die Käufer investieren, und damit rund 2.700 Euro mehr als für die vergleichbar ausgestattete und motorisierte Softtopvariante. Im Vergleich zum MX-5-Basismodell liegt der Mehrpreis sogar bei knapp 7.000 Euro.

„Wir haben den RF bewusst vom klassischen Roadster etwas weggerückt und ihn eine Spur höher positioniert“, schildert Bernhard Kaplan, Geschäftsführer von Mazda Deutschland. Folglich ist der MX-5 RF erst ab der zweithöchsten Ausstattung Exclusive-Line erhältlich – und anders als in anderen europäischen Märkten ausschließlich mit einem 118 kW/160 PS starken Benziner unter der Motorhaube.

Eine Gefahr, dadurch Kunden zu verlieren, sieht der Geschäftsführer nicht: Im vergangenen Jahr hätten sich 90 Prozent der MX-5-Käufer für die beiden Topausstattungen Exclusive- und Sports-Line entschieden und 60 Prozent für den leistungsstärkeren Benziner.

Insgesamt will Mazda 2017 in Deutschland 5.000 MX-5 verkaufen – 2016 waren es gut 4.600 Stück. Und es wären sicher noch mehr gewesen, wenn die Nachfrage nicht das Produktionsvolumen übertroffen hätte.

Dem MX-5 RF traut der Importeur einen Verkaufsanteil von 45 Prozent zu. Als Zielgruppe für das Targa-Coupé nennt Mazda vor allem Kunden, die gerne Cabrio fahren, für die ein Softtop aber nicht in Frage kommt, und Kunden, die einfach nur schöne Coupés lieben.

Der MX-5 RF ist ein Modell, das in in allen Jahreszeiten seine Stärken ausspielt. Durch den Einsatz von 40 Kilo zusätzlichem Dämmmaterial unter anderem im Dachhimmel, in den Türverkleidungen und im Motorraum ist die Geräuschkulisse im geschlossenen RF deutlich leiser als im Softtop-MX-5, wenngleich es nicht gelungen ist, die Windgeräusche komplett zu unterdrücken.

Dach öffnet sich vollelektrisch in 13 Sekunden

Aber das größte Highlight des RF ist natürlich die dreigeteilte Dachkonstruktion, die per Knopfdruck elektrisch herunterfährt: In 13 Sekunden faltet das Dach sich in guter alter japanischer Origamitradition vollautomatisch zusammen und verschwindet recht lautlos im Kofferraum. Das transparente Acryl-Windschott vermindert den Fahrtwind, ohne dem Cabriofeeling dabei Abbruch zu tun.

Auch bei der Beförderung des Gepäcks müssen die RF-Käufer im Vergleich zum klassischen Roadster keine Abstriche machen: Der Kofferraum schluckt mit 127 Litern gerade einmal drei Liter weniger als der MX-5 mit Softtop. Konkret haben darin zwei flugkabinentaugliche Trolleys und eine Laptoptasche Platz. Wer darüber hinaus noch eine Winterjacke oder gar eine Handtasche unterbringen will, hat Pech gehabt. Auch im Innenraum wird das nicht gelingen: Größere Ablageflächen sucht man im MX-5 vergebens.

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