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Gefahren: Peugeot 2008 und E-2008 – die Qual der Wahl

Autor: Yvonne Simon

Die zweite Generation des kleinen SUVs steht in den Startlöchern. Käufer haben fünf verschiedene Motoren zur Auswahl. Mit dem E-2008 gibt es erstmals auch eine rein batterieelektrische Variante.

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Die zweite Generation des Peugeot 2008 kommt auch als reiner Stromer.
Die zweite Generation des Peugeot 2008 kommt auch als reiner Stromer.
(Bild: Simon/»kfz-betrieb«)

Im neuen Jahr steigt nun auch Peugeot voll in die Elektromobilität ein. Bislang haben die Franzosen im Pkw-Segment lediglich den I-On im Angebot, den Zwilling des Mitsubishi I-MIEV, von dem die Löwenmarke 2019 in Deutschland bislang nur 174 Einheiten verkauft hat. In Zukunft will Peugeot deutlich mehr Elektro-Kunden gewinnen. Neben dem Kleinwagen 208 kommt im nächsten Jahr auch die zweite Generation des 2008 als rein batteriebetriebene Elektrovariante auf den Markt.

Käufer des kleinen SUVs haben damit künftig die Wahl zwischen Stromer, Benziner und nach wie vor Diesel. Rund 10 Prozent der Käufer werden sich nach Erwartung von Peugeot für die E-2008 genannte Elektrovariante entscheiden – antriebsübergreifend erhofft sich Peugeot für das Fahrzeug einen Absatz zwischen 16.000 und 18.000 Fahrzeugen. Damit würde der 2008 deutlich zulegen und sich noch stärker zum Zugpferd der Franzosen entwickeln: Zwischen Januar und November 2019 fand das SUV in Deutschland nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts 11.438 Abnehmer, nur der Kompaktwagen 308 verkaufte sich besser.

Peugeot 2008 und E-2008 – die Qual der Wahl
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Auf den Markt kommt die neue Generation des 2008 mit Verbrennungsmotor im Januar. Die Auslieferungen des E-2008 starten dann im April. Den Handel bereitet Peugeot vertriebsseitig mit einem zehnstufigen Schulungssystem auf die Elektromobilität vor, das alle Partner bis Jahresende absolviert haben müssen.

Als Zielgruppe sehen die Franzosen hauptsächlich Familien im städtischen Raum. Daher sieht der Hersteller keine Notwendigkeit für einen Allradantrieb, der für den 2008 nicht zu haben ist. Es gibt lediglich ausstattungsabhängig die Möglichkeit, ein Grip-Control-Paket hinzu zu buchen, das ein adaptiertes Traktionssystem mit fünf Modi sowie eine Bergabfahrhilfe beinhaltet.

Vier Verbrenner im Angebot

Zurück zur Motorenauswahl: Den 1,2-Liter-Benziner gibt es in drei verschiedenen Ausführungen, entweder mit 75 kW/102 PS, mit 96 kW/131 PS oder mit 114 kW/ 155 PS. Das maximale Drehmoment beträgt jeweils 205, 230 oder 240 Nm bei 1.750 Umdrehungen. Während die 102-PS-Variante an ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe und die stärkste Variante an eine Acht-Stufen-Automatik gekoppelt ist, haben die Käufer beim mittleren Motor die Wahl zwischen Schalter und Automatik. Letzterer soll auch der Volumenmotor werden: 69 Prozent der Verbrenner-Verkäufe sollen auf ihn zurückgehen.

Wer einen Diesel bevorzugt – nach Erwartung von Peugeot werden das 8 Prozent der Verbrenner-Käufer sein – hat hierzulande nur einen Motor zur Wahl: Den 1,5-Liter-Blue-HDI bietet Peugeot in Deutschland nur mit 96kW/131 PS und einem maximalen Drehmoment von 300 Nm bei 1.750 Umdrehungen an. Sollte die Nachfrage bestehen, könnte Peugeot das Angebot jedoch noch um einen 100-PS-Selbstzünder erweitern, der vorerst anderen Märkten vorbehalten bleibt.

Elektrovariante mit 320 Kilometer Reichweite

Im E-2008 steckt ein 100kW/136PS starker Elektromotor mit einem maximalen Drehmoment von 260 Nm, und die im Fahrzeugboden untergebrachte Lithium-Ionen-Batterie verfügt über eine Kapazität von 50 kWh. Damit soll der Stromer bis zu 320 Kilometer weit kommen. Die Maximalgeschwindigkeit ist auf 150 km/h beschränkt. Zum Vergleich: Der 131-PS-Benziner mit Automatik schafft 198 km/h.

Bei der Testfahrt in Südfrankreich erwies sich der E-2008 trotzdem als die Variante mit dem deutlich höchsten Fahrspaß. Die niedrigere Höchstgeschwindigkeit fiel auf der teils hügeligen Strecke nicht ins Gewicht – mehr als 80 km/h waren sowieso nicht erlaubt und der Stromer entwickelte deutlich mehr Schub als die getesteten Verbrenner.

Spannend ist natürlich immer der Blick auf die restliche Reichweite, die wir auf der 23 Kilometer kurzen Strecke leider nicht ausreizen konnten. Zu Beginn der Runde zeigte der Bordcomputer 250 Kilometer Reichweite an, am Schluss waren es noch 220. Kurz vor Erreichen des Ziels standen nur 190 Kilometer auf dem Bildschirm, nach der kurzen Abfahrt in die Garage plötzlich jene 220. Allerdings waren wir in einem Vorserienfahrzeug unterwegs, Anpassungen sind also noch möglich. Als durchschnittlichen Verbrauch zeigte der Bordcomputer 20,1 kWh pro 100 Kilometer an – der Hersteller gibt den Verbrauch mit bis zu 17,8 kWh an.

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Über den Autor

 Yvonne Simon

Yvonne Simon

Redakteurin Management & Handel