Gefahren: Porsche Cayman GT4 Clubsport

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Mit dem GT4 hat Porsche den ersten Cayman auf den Markt gebracht, der schneller war als ein Elfer. Er hat den Weg freigemacht für die Clubsport-Variante, die auf der Rennstrecke überzeugen kann.

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Der Porsche Cayman GT4 Clubsport bietet so manchen Superlativ.
Der Porsche Cayman GT4 Clubsport bietet so manchen Superlativ.
(Bild: Porsche)

Der neue Porsche 718 Cayman stand quasi schon in den Startlöchern, als die Zuffenhausener der Vorgänger-Baureihe mit dem GT4 die Krone aufsetzten. Ein durchtrainierter Rennwagen für die Straße, mit dem der Hersteller ein Tabu bricht: Der Mittelmotor-Sportler schafft es erstmals, die Porsche-Ikone 911 beim Standardsprint abzuhängen. Zugegeben, nur das Basismodell, aber immerhin. Als diese Hürde aber erstmals genommen war, gab es bei den Entwicklern in Weissach kein Halten mehr: Eine Clubsport-Variante für die Rennstrecke geisterte ihnen schon länger im Kopf herum– und durfte nun endlich Realität werden.

Mit dem Straßenauto Cayman GT4 hatte Porsche die ideale Basis für ein „günstiges“ Rennauto, und anstatt den Kunden den Umbau auf eigene Faust zu überlassen, haben sich die schwäbischen Ingenieure der Sache angenommen und innerhalb weniger Monate die Racing-Version des GT4 auf die Slicks gestellt. „Den Clubsport zu entwickeln war deutlich einfacher als den GT4,“ betont Porsches Motorsportchef Frank-Steffen Walliser, „hier mussten wir ja in erster Linie das Auto ausräumen“.

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Der Blick in den Clubsport ist dementsprechend auch ein Blick ins Leere. Für den Fahrer gibt es einen engen Schalensitz, wo der Beifahrer normalerweise Platz nimmt ist nur noch ein Feuerlöscher montiert. Jede überflüssige Verkleidung ist rausgeflogen, nicht nur die Bedienelemente für die optionale Klimaanlage und der PDK-Wahlhebel hängen etwas verloren im Nichts.

Renner mit Doppelkupplung

GT4-Fans werden jetzt aufhorchen. Ein Doppelkupplungsgetriebe? Zwar gibt es den Straßen-GT4 aus Sportlichkeits-Gründen nur als Handschalter, doch für die Rennstrecken haben sich die Entwickler nach langen Diskussionen für das automatische Getriebe entschieden – das abgesehen vom fehlenden siebten Gang aus dem Serienregal stammt. Schließlich fahren mit dem Clubsport nicht nur ausgesprochene Profis und der weniger geübte Lenker kann schon mal ins Schwitzen kommen, wenn er auf dem Track auch noch die Gänge wechseln muss; was er ja auch beim PDK mit den Schaltwippen noch kann.

Anders als das Getriebe hat es der Motor aus dem Basis-GT4 unverändert in die Rennversion geschafft: Der aus dem alten Carrera S entliehene, noch freiatmende 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer leistet hier wie da 283 kW/385 PS und sorgt mit 420 Newtonmeter Drehmoment für einen heftigen Tritt ins Kreuz. Auch das Fahrwerk besteht schon beim normalen GT4 zum Großteil aus 911-GT3-Komponenten, beim Clubsport kommt zusätzlich die Vorderachse aus dem Cup-Modell zum Einsatz. Außerdem gibt es eine mechanische Hinterachs-Quersperre und eine Rennbremsanlage. Ebenfalls serienmäßig: Ein eingeschweißter Überrollkäfig und ein 90-Liter-Tank, damit bei einem Verbrauch von rund 50 Litern pro 100 Kilometer im Renneinsatz eine gute Stunde ohne Tankstopp möglich ist.

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