Gefahren

Genesis G90 als Rivale deutscher Premium-Fahrzeuge

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Auffällig ist, wie viele Knöpfe und Tasten Genesis rund um die Kommandozentrale verteilt. Alle wesentlichen Funktionen sind so direkt und schnell anwählbar. Konservativ und clever. Früher war nicht alles schlechter. Die Verarbeitung scheint tipptopp, die Materialien sind von hoher Güte. Nur leider schafft es auch Genesis wieder, Leder so lange zu foltern und zu knechten, bis auch wirklich die letzte Struktur verschwunden ist und es ausschaut wie schnöder Kunststoff. Asiaten mögen keine Tiere im Auto.

Als Antrieb für sein prestigeträchtiges Zugpferd wählte Genesis einen 3,5-Liter-Sechszylinder Turbo aus dem Konzernbaukasten, kombiniert mit einer sanft schaltenden Achtgangautomatik von ZF, die spontane Gangwechsel allerdings gerne anderen überlässt. Elektrifizierte Antriebe sind nicht geplant. In der Kurzversion leistet der Benziner 280 kW/380 PS und beim Langen 305 kW/415 PS. Das Plus verdankt er einem Supercharger mit 48 Volt. Dieser hilft der Stretchlimo, schneller auf Touren zu kommen. Schließlich hat der von uns gefahrene G90 LWB mit über 2,3 Tonnen noch einmal über 200 Kilogramm mehr zu schleppen.

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Fahrdynamik kann noch verbessert werden

Allradantrieb ist bei ihm ebenso Standard wie das Luftfahrwerk oder die Hinterradlenkung. Wohlstandsspeck, den man spürt. Von Natur aus eher arm an sportlichem Ehrgeiz, nimmt der G90 schnell gefahrene Kurven mit ausgeprägter Gemütlichkeit. Zweifellos sind Siebener, Audi A8 oder S-Klasse hier flinker auf den Beinen und deutlich wacher im Kurswechsel.

Auch wenn unser Testwagen noch mit dem koreanischen Setup unterwegs war, steht fest: Will man in der Höhle der Löwen bestehen, muss sich Genesis künftig auch fahrdynamisch an der Finesse und Erfahrung der deutschen Luxusliner orientieren und messen lassen.

Beim Komfort fährt der G90 bereits auf Augenhöhe. Solange es geradeaus geht, ist er ein Gleiter erster Güte. Ein Verwöhner, der den Stress aussperrt, wie das dicke Akustikglas die Windgeräusche. Viel kommoder, entspannter und feudaler lässt es sich auf vier Rädern kaum reisen; wir erwähnten es schon: am besten hinten rechts.

In Korea kostet diese Seelenmassage umgerechnet 64.700 Euro, auf dem Kaufvertrag für die Langversion mit allem Zipp und Zapp stehen rund 118.700 Euro. Wann der G90 zu uns kommt, welche Versionen es dann geben wird und zu welchem Preis, steht alles noch nicht fest. Das dauert seine Zeit. Und Zeit ist ja bekanntlich Luxus.

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