Genfer Salon: Seat zwischen Microcar und PS-Protzerei

Erstes Elektroauto als Studie zu sehen

| Autor: Andreas Grimm

Seat zeigt in Genf die Studie Cupra Formentor.
Seat zeigt in Genf die Studie Cupra Formentor. (Bild: Seat)

Seat hält sich im Vorfeld des Genfer Salons recht bedeckt, was die Messe-Präsenz angeht (Publikumstage 7.-17. März). Klar ist seit Donnerstag, dass die Spanier die Studie ihres ersten vollelektrischen Fahrzeugs vorstellen werden. Der Silhouette nach dürfte es sich dabei um ein City-SUV handeln, das „die Kernwerte der spanischen Marke in Bezug auf Leistung, Design und Technologie zum Ausdruck bringt“, wie es im Pressetext heißt. Technisch soll die Studie E-Mobilität, autonomes Fahren und Konnektivität verbinden. Technische Daten verrät Seat noch nicht. In der Vergangenheit waren die Studien der Spanier bereits recht seriennah, das gezeigte Modell könnte folglich im ersten Halbjahr 2020 auf den Markt kommen.

Interessant wird, was die Spanier in Sachen Leon-Nachfolger im Angebot haben. Das Brot-und-Butter-Auto wird komplett überarbeitet und soll nach Angaben aus Händlerkreisen noch Ende 2019 in den Markt kommen.

Interesse wecken wird der aktuelle Neuzugang der Spanier im Handel: das große SUV Tarraco, dessen Verkauf am 23. Februar in Deutschland gestartet ist. Es rundet das SUV-Angebot konzerntypisch zum Dreiklang aus Stadt-SUV (Arona), Kompakt-SUV (Ateca) und Familien-SUV mit bis zu sieben Sitzplätzen ab. Volumenmäßig wird er aber an seine beiden kleineren Geschwister nicht herankommen.

Quasi ein Geburtstagsgeschenk in Genf ist die Präsentation des Cupra Formentor. Vor etwa einem Jahr wurde die Submarke der Spanier aus der Taufe gehoben, um die bisherige sportliche Cupra-Ausstattungslinie zu einer eigenen Marke mit eigenen Modellen zu entwickeln. Auf dem Genfer Salon 2018 hatte dann der Cupra Ateca für Aufsehen gesorgt, der aber, wie der der Name verrät, vom Seat Ateca abgeleitet ist.

Mit dem Formentor unterstreicht Cupra nun seine Unabhängigkeit von Seat und stellt die Studie eines künftigen eigenständigen Modells vor. Das Formentor genannte SUV-Coupé orientiert sich optisch am Mittelklasse-Crossover Seat Tarraco, kommt aber im Detail deutlich aggressiver daher und soll mit seiner abfallenden Dachlinie mehr Dynamik ausstrahlen. Für den Antrieb sorgt ein Plug-in-Hybrid mit 180 kW/245 PS, der 50 Kilometer rein elektrische Fahrt ermöglichen soll.

Die Serienversion des sportlich ausgelegten SUVs könnte im kommenden Jahr starten. Die Erwartungen sind hoch. „Die Entwicklung von Cupra im ersten Jahr hat all unsere Erwartungen übertroffen. Wir werden diese besondere Marke noch weiter ausbauen, denn sie überzeugt selbst die anspruchsvollsten Automobilliebhaber“, sagte Wayne Griffiths, der seit Kurzem neben seiner Funktion als Seat-Vertriebsvorstand auch Cupra-Chef ist.

Cupra hat nach Seat-Angaben im letzten Jahr 14.400 Fahrzeuge verkauft. Das erklärte Ziel sei es, den Absatz in den nächsten drei bis fünf Jahren zu verdoppeln, hieß es in einer Pressemitteilung zur Formentor-Präsentation.

Urbanes Mikromobil à la Twizy

Sehr wahrscheinlich ist zudem, dass Seat seinen Beitrag zur urbanen Mobilität der Zukunft auch in Genf präsentieren wird. Vor wenigen Tagen hatte der Autobauer auf dem Mobile World Congress in Barcelona das Kleinfahrzeug Minimo vorgestellt. Mit 2,50 Metern Länge und 1,24 Metern Breite halbiert das Gefährt zwar die benötigte Verkehrsfläche, die durchschnittlich große Pkw beanspruchen. Allerdings ähnelt der Minimo dem Renault Twizy – und der ist bislang ja nicht unbedingt ein Verkaufsschlager.

Angetrieben wird der vollvernetzte Zweisitzer elektrisch. Genaue Angaben zu Motor und Leistung machen die Spanier nicht. Für die herausnehm- und damit schnell austauschbare Batterie werden mehr als hundert Kilometer Reichweite versprochen. Das Einsatzgebiet ist natürlich die Stadt, allerdings erlaubt die Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h auch kurze Spritztouren auf Landstraßen. Der Minimo ist situationsabhängig auf 45 km/h drosselbar, was es auch einem 16 Jahre jungen Nutzer mit Führerscheinklasse AM erlaubt, sich ans Steuer zu setzen.

Optisch hinterlässt der Minimo einen bereits seriennahen Eindruck. Ob und wann ein Marktstart geplant ist, lässt Seat vorläufig allerdings unbeantwortet. Auch über einen möglichen Preis kann man nur spekulieren, doch dürfte dieser wohl etwas oberhalb des Preises des Twizys liegen, der ab rund 7.000 Euro zu haben ist.

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