Geodaten sind Milliarden wert

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Bei all dem ist es natürlich vor allem wichtig, dass Hersteller und Insassen sich auf die Daten verlassen können. Genau das ist auch ein weiterer Grund, dass sich etwa BMW, Audi und Mercedes zum Kauf von Nokia Here entschlossen haben. „Kommen die Daten von einem externen Anbieter, dann besteht immer auch die Frage, wie aktuell sie wirklich sind“, so Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Diese Aktualität wiederum ist aber auch im Zusammenhang mit Haftungsfragen wichtig. Die Autohersteller wollen zuverlässige Daten, und sie wollen bei etwaigen Eventualitäten nicht durch Zulieferer in Haftungsprobleme geraten.

Ein Thema sind dabei auch mögliche Hackerangriffe, gegen die man sich mit einem eigenen System besser abgesichert fühlt. Gerade erst haben Hacker schließlich wieder bewiesen, dass es durchaus möglich ist, von außen die Kontrolle über ein Auto zu übernehmen. In diesem Fall allerdings handelte es sich nicht um ein feindliches Eindringen. Die Sicherheitsexperten veröffentlichten vielmehr ihre Arbeit, und machten so ein Schließen der Sicherheitslücken überhaupt möglich: Sie waren über das Unterhaltungssystem des Wagens in die Elektronik eingedrungen, konnten von außen die Lenkung und auch die Bremsen betätigen.

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Wertvolle Informationen

Und es gibt noch weitere Gründe, warum für einen Dienst wie Nokia Here Milliardensummen ausgegeben werden – und warum neben den Autobauern auch Apple, Samsung, Yahoo und Fahrdienstvermittler Uber zu den Interessenten zählten. So weist ACE-Sprecher Hack daraufhin, dass es bei Nokia Here nicht allein um Kartenmaterial, sondern auch um Patente geht. Nach Berichten amerikanischer Medien hat Nokia in den frühen 2000ern zahlreiche Technologie-Unternehmen akquiriert und in Here integriert. Damit verbunden sollen fast 700 US-Patente rund um digitale Karten und Mobilität sein – von Methoden zur Berechnung der Ankunftszeit bis hin zur Feststellung von Abweichungen der Position. Alles sehr wertvolle Informationen, wenn es um das Umsetzen des wirklich autonomen Fahrens geht, und darum, der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.

Es gibt aber noch etwas, das gerade Nokia Here so wertvoll macht. Ohne dass es offiziell groß verkündet wurde und durch die Medien ging, hat man nämlich im Frühjahr einen ganz besonderen Coup gelandet: Facebook nutzt die Here Maps inzwischen für die mobile Version des sozialen Netzwerks, und sorgt so schon lange vor dem Siegeszug des autonomen Fahren bei Millionen von Menschen für eine Bekanntheit und auch Verbundenheit mit dem Kartendienst. Und wer dem Dienst schon jetzt vertraut, dem fällt es später vielleicht auch leichter, dieses Vertrauen auf das Steuern des Autos zu übertragen.

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