Suchen

Glosse: Citroën benennt sich in Zitrön um

| Autor: Christoph Baeuchle

Citroën schneidet endlich alte Zöpfe ab: Künftig heißt die Marke hierzulande „Zitrön“. Das ist kurz, prägnant und leicht auszusprechen. Doch nicht allen passt die neue Marketingstrategie. Das zeigt diese Glosse.

Firma zum Thema

Geschäftsführer Wolfgang Schlimme stellte die Namensänderung von Citroën in Zitrön vor.
Geschäftsführer Wolfgang Schlimme stellte die Namensänderung von Citroën in Zitrön vor.
(Bild: Citroën/Zitrön)

Die französische PSA-Marke Citroën geht einen mutigen Schritt: Zum 100-jährigen Bestehen will sich die Marke in Deutschland in Zitrön umbenennen. Ziel ist es, die Kunden zu erreichen, die sich sonst aufgrund des schwer auszusprechenden französischen Namens für ein Fahrzeug eines Wettbewerbers entscheiden.

Für den einen oder anderen deutschen Citroën-Fan wohl eine konsequente Ausrichtung der französischen Marke. Die Herkunft des Namens Citroën ist mit einer Anekdote verknüpft: Der Ur-Urgroßvater von Firmengründer André Citroën, Roelof, war Verkäufer von Zitrusfrüchten in Holland. Als Napoleon die Niederländer 1810 seinem Recht unterwarf, mussten diese sich einen Namen aussuchen, anhand dessen sie identifiziert werden konnten. Roelof wählte den Spitznamen, den seine Kunden ihm gegeben hatten: „Limoenman“. Im Laufe der Generationen wurde daraus „Citroen“, niederländisch für Zitrone.

Doch anscheinend äußerten sich Händler auch skeptisch über den französischen Vorstoß, das zeigt ein entsprechendes Werbevideo des Importeurs. In ihm begleitet er Autohausbesitzer Michael Hennes im Umstellungsprozess.

Hennes, wie zahlreiche Händler der französischen Marke ein echter Traditionalist, muss sich erst mit dem neuen Namen anfreunden. Am Ende ist er aber begeistert. Aus gutem Grund: Schließlich habe er sich im Restaurant in der Regel für ein Schnitzel entschieden, weil er Entrecote nicht aussprechen konnte.

Unklar ist, ob Citroën die Germanisierung durch sein gesamtes Angebot durchzieht und es schafft, eine einheitliche Markenstrategie zu fahren. Durch die Ausgliederung von La Déesse (DS Automobiles) scheint der Konzern bereits den Grundstein für die neue Strategie gelegt zu haben. Schließlich konnte kein Deutscher den Markennamen der Göttin so hauchen wie Jane Birkin das Lied „Je T'aime,...Moi Non Plus“.

Im Netz wird heiß diskutiert

Bei den meisten Modellen haben die Franzosen ja in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Anglisierung vorgenommen. An Aircross und Spacetourer soll sich auch künftig nichts ändern. Der Cactus wird wohl zum Kaktus, aber der Berlingo nicht zum Bären.

Im Netz stoßen die Pläne auf ein zweigeteiltes Echo: Einige schreiben, dass sie die Idee klasse finden. Andere wie „FastFurious141“ sind dagegen skeptisch: „Solltet ihr wirklich sowas machen, geht auch der Letzte cham von euch verloren. Ihr ward früher so gut und Innovativ. Mit dem Aussterben der Zentralhydraulik begann der Untergann.“

Damit nicht genug von der Kritik, „FastFurious141“ bedauert die Aufstellung des Doppelwinkels beziehungsweise er spricht vom „Wurstwinkel“: „Dann die Nebenmarke Ds, die eine klare Distanzierung darstellt, und Citroen jetzt nur noch für Nutzfahrzeuge steht. Einfach traurig. Das absolut einheitliche Design ala Cacuts, sieht mittlerweile nur noch nach Einheitsbrei aus.“

(ID:46040050)