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Golf-Rückruf betrifft auch Skoda Octavia – Audi und Seat prüfen

| Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Die Probleme des neuen Golf mit dem E-Call-System halten verschiedene Konzernmarken in Atem. Die Schwestermodelle von Audi, Skoda und Seat könnten betroffen sein, allerdings gibt es möglicherweise Unterschiede in der Software.

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Der VW-Konzern hat mit seinen Marken Ärger mit der Online-Connectivity-Unit des E-Call-Systems. Viele Rückrufe drohen.
Der VW-Konzern hat mit seinen Marken Ärger mit der Online-Connectivity-Unit des E-Call-Systems. Viele Rückrufe drohen.
(Bild: Volkswagen AG)

Die Probleme mit dem elektronischen Notrufassistenten E-Call betreffen neben dem neuen VW Golf weitere Automodelle des Konzerns. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen drohen bei Audi und Seat ähnliche Schwierigkeiten – derzeit wird dies nach Angaben der Unternehmen intensiv geprüft. Die neuen Ausgaben des Audi A3, Seat Leon und Skoda Octavia basieren auf dem gleichen Grundbaukasten wie der Golf 8. Ursache für mögliche Ausfälle soll eine Fehlfunktion der Software sein. Für den Golf und den Octavia gilt schon ein Lieferstopp.

Am Freitag war bekannt geworden, dass sich Volkswagen auf einen Rückruf der gerade gestarteten neuen Golf-Version einstellen muss. Bei internen Untersuchungen war in einzelnen Fahrzeugen eine nicht verlässliche Datenübertragung am Steuergerät bemerkt worden. Die Funktion des Notrufassistenten sei damit nicht voll zu gewährleisten.

Laut Skoda Auto Deutschland sei im Konzern an der Online-Connectivity-Unit (OCU3-Einheit) eine mögliche Fehlfunktion festgestellt worden. Diese OCU3-Einheit ist auch im neuen Octavia verbaut. „Zu diesem Zeitpunkt der Analyse bewerten wir die Details und arbeiten an einer Lösung“, heißt es von Skoda auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

Audi erklärte bereits am Wochenende auf Anfrage der „DPA“, bisher lasse sich „das Phänomen beim neuen A3“ nicht genau nachstellen. „Wir analysieren weiter, auch weil es kleinere Unterschiede in Hard- und Software gibt.“ Seat bestätigte am Dienstag, dass im neuen Leon die OCU3-Einheit ebenfalls verbaut ist und der E-Call deshalb möglicherweise nicht richtig funktioniert. „In diesem frühen Stadium der Fehleranalyse werten wir alle Details aus und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung“, heißt es in einer Stellungnahme für »kfz-betrieb«.

Eine Entscheidung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zu einem Rückruf und nötigen Software-Update wird in den kommenden Tagen erwartet. Bis auf Weiteres liefert VW den Golf 8 daher nicht mehr aus. Die Produktion gehe zunächst weiter – aber alle Neuwagen würden nun erst einmal auf Lager genommen, hieß es aus dem Konzernumfeld.

Dies könnte die großen Absatzprobleme noch verschärfen. Infolge der Corona-Krise ist die Kundennachfrage auf breiter Front eingebrochen, die Autohäuser waren länger geschlossen, an einigen Standorten stauen sich die fertigen Neuwagen.

Der VW-Betriebsrat warnte vor weiteren Rückschlägen für die Golf-Produktion im Stammwerk Wolfsburg. Die aktuelle Unterauslastung mit etlichen abgesagten Schichten könnte sich noch verschlimmern. Die Mitarbeitervertretung fordert daher, mittelfristig ein zusätzliches Massenmodell am Hauptsitz anzusiedeln. Der Golf gilt als wichtigstes Produkt des größten deutschen Industriekonzerns. Schon vor seinem Start hatte es Verzögerungen mit der Elektronik-Ausstattung gegeben.

In die Debatte um die umstrittene Zahlung der Dividende kommt derweil Bewegung. Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) plant Volkswagen weiterhin, für 2019 rund drei Milliarden Euro an die Anteilseigner auszuschütten. Es werde jedoch intern darauf verwiesen, dass nach der Verschiebung der Hauptversammlung eine neue Bewertung nicht gänzlich ausgeschlossen sei.

Ministerpräsident und Co-Aufseher Stephan Weil (SPD) verwies darauf, dass sich das Kontrollgremium noch einmal mit dem Thema Dividende beschäftigen werde, sobald der Termin für das Aktionärstreffen feststehe. Niedersachsen ist mit 20 Prozent der zweitgrößte VW-Anteilseigner. Nach den bisherigen Dividendenplänen würde das Land 383 Millionen Euro bekommen.

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