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H-Kennzeichen: Ressourcenschonend und verkehrssicher

Autor: Steffen Dominsky

Die neue Oldtimersaison ist angebrochen und sie verdeutlicht abermals ein großes Interesse am rollenden Kulturgut. Sichtbares Zeichen ist die Vergabe historischer Kennzeichen. Das hatte vor vielen Jahren der Oldtimerdachverband Deuvet initiiert.

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(Foto: BMW)

Im Jahr 2018 ist der Bestand an Fahrzeugen mit H-Kennzeichen auf insgesamt 536.515 Einheiten gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 12,4 Prozent. In den letzten zehn Jahren legte der Bestand damit um 155,5 Prozent zu, hat der Dachverband der deutschen Oldtimerclubs Deuvet ermittelt. Die Steigerung von 2018 liege nur unwesentlich über der durchschnittlichen Zuwachsrate der vergangenen Jahre von elf Prozent.

Das bedeutet aus Deuvet-Sicht, dass die in letzter Zeit häufiger thematisierte Furcht vor einer massiven Flucht von Haltern alter Gebrauchtwagen in den Oldtimerstatus, um damit Fahrverbote in Umweltzonen zu umgehen, unbegründet ist. Allen voran die verantwortlichen Sachverständigen der Überwachungsorganisationen sorgten dafür, dass Fahrzeuge das historische Kennzeichen nur erhalten, wenn die Richtlinien für Zustand und Originalität eingehalten werden.

So hatte sich der Bestand an Pkws mit H-Kennzeichen bis vorletztes Jahr entwickelt.
So hatte sich der Bestand an Pkws mit H-Kennzeichen bis vorletztes Jahr entwickelt.
(Bild: Statista)

Der Bestand an Pkws mit einem Alter von 30 und mehr Jahren ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand von 756.598 Stück gestiegen (plus 12,1 Prozent gegenüber 9,5 Prozent im langjährigen Schnitt). Dabei tragen nur 62,7 Prozent dieser mindestens 30-jährigen Pkws das H-Kennzeichen (474.561 Stück). „Die bessere Rostvorsorge und langlebigere Technik sorgen dafür, dass die Autos länger gefahren werden können und damit signifikant zur Ressourcenschonung beitragen“, erklärte Jan Hennen vom Deuvet. Die längere Verwendung eines Fahrzeugs gilt grundsätzlich als nachhaltiger als der vorzeitige Austausch aufgrund vermeintlicher Verbesserungen im Abgasverhalten. Ohnehin tragen Pkws mit H-Kennzeichen lediglich mit 1,01 Prozent zum Gesamtbestand bei. In Verbindung mit den geringen jährlichen Fahrleistungen sind die Emissionen der Oldtimer völlig unbedeutend, wie eine sehr ausführliche Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigt.

Ebenso im Kontext interessant: Der Pflege- und Wartungszustand der mit H-Kennzeichen zugelassenen Fahrzeuge ist signifikant besser als der Rest der 30 bis 40 Jahre alten Autos auf unseren Straßen. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) hat in einer Untersuchung festgestellt, dass die Mängelquote bei Fahrzeugen ohne H-Kennzeichen (Alter 30 bis 40 Jahre) mit knapp 55 Prozent erheblich höher liegt als bei H-Autos (45,7 Prozent). Vorkriegsfahrzeuge schneiden sogar noch besser ab. Auf diese Weise tragen die Besitzer von Oldtimern mit H-Kennzeichen nicht nur durch die langjährige Verwendung zur Nachhaltigkeit bei, sondern leisten durch gute Pflege und Wartung ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit, erklärt der Oldtimerdachverband.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group