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Hardenberg-Gruppe ergänzt Portfolio um Vespa

Autor: Andreas Grimm

Mit der Marke Vespa hat der Traditionshändler aus dem Südwesten Deutschlands zum zweiten Mal den klassischen Autohandelspfad verlassen und setzt aufs Zweirad. Dahinter stehen gleich mehrere strategische Aspekte. Mit der Entscheidung ist die Hardenberg-Gruppe in guter Händler-Gesellschaft.

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Vespa-Store im Autohaus: Die Graf-Hardenberg-Gruppe zielt in Karlsruhe als Partner von Vespa auf das studentische Publikum.
Vespa-Store im Autohaus: Die Graf-Hardenberg-Gruppe zielt in Karlsruhe als Partner von Vespa auf das studentische Publikum.
(Bild: Hardenberg-Gruppe)

Die Graf-Hardenberg-Gruppe geht einen weiteren Schritt in Richtung eines umfassenden Mobilitätsdienstleisters und hat das Portfolio um die Rollermarke Vespa erweitert. Damit reagiert der Mehrmarkenhändler auf die wachsende Nachfrage im Zweiradgeschäft vom Fahrrad über Scooter und Roller bis zum Motorrad. Bereits vor zwei Jahren war die Gruppe mit der Motorradmarke Harley-Davidson gestartet.

Angesiedelt ist der Vespa-Vertrieb zunächst als Markenshop auf 260 Quadratmetern innerhalb des Volkswagen-Zentrums am Durlacher Tor in Karlsruhe. Dort hatte die Gruppe zuletzt kräftig um- und neu gebaut für die Marken VW, Skoda und Seat. Mit Vespa verbreitert der Händler einerseits das Mobilitätsangebot, andererseits verspricht er sich damit einen Zugang zu einer jüngeren Käufergruppe. „Die Marke trägt zur Bereicherung und Belebung unseres Standortes in Karlsruhe bei“, sagt Geschäftsführer Christian Welling mit Blick auf die große Zahl an Studenten in Karlsruhe.

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Welling war zugleich die treibende Kraft hinter der Partnerschaft mit Vespa, ist er doch selbst eingefleischter Vespa-Van. Für ihn ist Vespa „eine Kultmarke und Ikone unter den Rollern“, die eine Lebenseinstellung auf zwei Rädern ausdrücke. Damit fügt sich die Portfolio-Erweiterung ein in die Aufnahme von Harley. Die US-Motorradschmiede ist ebenfalls Kult und stahlgewordenes Lebensgefühl. Und auch hinter der Entwicklung des Harley-Shops am Standort Bruchsal stand ein Mitarbeiter des Händlers als treibende Kraft.

Der Vespa-Store soll mit einer großen Bestandszahl an Vespa-Modellen die Kunden ebenso locken wie einer Vielzahl an Accessoires im Ausstellungsraum, um den Kultfaktor zu befeuern. Im Tagesgeschäft zuständig für den Verkauf und die Entwicklung des Stores ist als Markenverantwortliche Jasmin Karle. Sie koordiniert dazu die Arbeit von sechs Mitarbeitern in Werkstatt und Verkauf. Besonders Potenzial sieht sie im Elektroroller Elettrica, der „Elektromobilität neu interpretiert in ihrer schönsten Form“.

Blick über den Tellerrand

Bereits vor einem Jahr hatte Hardenberg-Vorstandschef Thomas Lämmerhirt das Harley-Engagement strategisch begründet: „Wir wollen uns zum Mobilitätsdienstleister entwickeln und dabei auch einen Blick über den Tellerrand der VW- und Audi-Welt werfen“. Nun ist ein weiterer Schritt getan, wobei die Marke Vespa große Autohändler offenbar anzieht. Auch die König-Gruppe ist schon einige Zeit in Vespa engagiert und damit so erfolgreich, dass sie Mitte des Jahres einen großen Vespa-Store in Hamburg – und damit deutlich außerhalb ihres bisherigen Aktionsgebietes – eröffnet hatte.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«