Helmut Peter erhält „Executive Circle Award 2019“

1990 mit einer Mercedes-Benz-Vertragswerkstatt in die Selbstständigkeit gestartet

| Autor: Wolfgang Michel

Der Preisträger des Executive-Circle-Award-2019, Helmut Peter (Inhaber und Geschäftsführer der Auto-Peter-Gruppe, re.), mit »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel.
Der Preisträger des Executive-Circle-Award-2019, Helmut Peter (Inhaber und Geschäftsführer der Auto-Peter-Gruppe, re.), mit »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel. (Bild: Stefan Bausewein)

»kfz-betrieb« hat Helmut Peter (61) mit dem „Executive Circle Award 2019“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. 1990 eröffnete er eine Mercedes-Benz-Vertragswerkstatt für Pkw und Transporter in Nordhausen. Damit hat der Ostdeutsche den Mercedes-Stern in den Norden Thüringens geholt und den Grundstein für seine heutige Mehrmarken-Autohausgruppe gelegt.

Fast 30 Jahre später ist die Peter-Gruppe mit insgesamt 24 Autohäusern in 15 Städten in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit derzeit acht Automarken vertreten. Mercedes-Benz, Smart, Opel, Peugeot, Skoda, Mitsubishi, Suzuki und Jeep gehören im Vertrieb dazu, Serviceverträge gibt es für die Fabrikate Volkswagen Pkw, VW Nutzfahrzeuge, Chrysler, Dodge und Saab. Hinzu kommen zwei Karosserie- und drei Lackierzentren sowie drei ADAC-Standorte und eine Europcar-Autovermietung. 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive rund 100 Azubis zahlt und zählt die Unternehmensgruppe. Viele der heutigen Führungskräfte starteten ihre Karriere mit einer Ausbildung im Unternehmen.

Apropos Ausbildung: Mit Siebzehn erlernte der Preisträger den Beruf des Kfz-Elektrikers, im Anschluss absolvierte Helmut Peter die Meisterschule. Später wurde er Chef von „Gute Fahrt“, einer Produktionsgenossenschaft des Kfz-Handwerks. Mit der Wende wurde das Unternehmen wie viele andere abgewickelt, der Preisträger musste 72 Kollegen entlassen. 50 der früheren beruflichen und privaten Wegbegleiter hat er bei seinem Start in die Selbstständigkeit eingestellt, den restlichen 22 besorgte er einen neuen Job.

„Wir bringen mit Sicherheit Bewegung in Ihr Leben“ – so lautete das Motto des Unternehmers von Anfang an, das auch heute noch gilt: Zum einen als Versprechen an die Kunden, alles für deren Mobilität zu tun. Zum anderen ist es eine Botschaft an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn eine weitere Lebensphilosophie des Preisträgers lautet: „Wer nicht wagt, verliert!“

Helmut Peter fordert immer volles Engagement, Stillstand ist für ihn ein Fremdwort. In den vergangenen zehn Jahren hat sein Unternehmen den Neu- und Gebrauchtwagenabsatz nahezu verdoppelt, 2018 verkaufte die Mehrmarken-Autohausgruppe über 11.000 Neu- und Gebrauchtwagen.

Aktuell wird unter anderem ein neues Mercedes-Autohaus gebaut, ferner entstehen zwei neue Autohäuser für Opel und Suzuki sowie zwei Karosserie-, Lackier- und Aufbauzentren mit Reifenlager und Fahrzeugaufbereitung. Am Stammsitz der Autohausgruppe in Nordhausen wird derzeit zudem ein neuer Showroom für Jeep realisiert.

Engagement im Ehrenamt, Sport und Kultur

Neben dem unternehmerischen Engagement fördert Helmut Peter auch den Sport und die Kultur. Beispielsweise engagiert er sich als Hauptsponsor und Gesellschafter für die Damenmannschaft des Thüringer Handball Clubs, die in ihrer Erfolgsbilanz sieben Deutsche Meisterschaften, drei DHB-Pokale und drei Siege im Super-Cup vorweisen kann.

In seiner Heimatstadt gründete Helmut Peter zudem das IFA-Museum. Dort befinden sich rund 50 restaurierte historische Raritäten. Von der roten „Brockenhexe“ bis zum ersten Fahrrad mit ABS sind im einstigen Kulturhaus der früheren IFA-Motorenwerke unzählige Exponate aus DDR-Zeiten zu bestaunen.

Doch nicht nur, wenn es um die Technik von gestern geht, schlägt das Herz des Preisträgers höher. Peter kümmert sich auch um die Autohändler und Führungskräfte von morgen. Seit 2014 ist er Vorstandsvorsitzender der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe (BFC). Er schwört die jungen Studierenden auf das ein, was eine Führungskraft künftig mitbringen muss.

Gelebte Willkommenskultur

Ob an der BFC, im eigenen Unternehmen oder gegenüber Wirtschaft und Politik, Helmut Peter ist ein Mann der klaren Worte. Er verpackt nichts in blumige Sätze. Als der damalige Kanzleramtsminister Peter Altmaier 2015 für eine Willkommenskultur warb und die fehlende Bereitschaft der Unternehmer zur Aufnahme von Flüchtlingen kritisierte, rief ihm der Preisträger entgegen: „Gebt mir welche und ich bilde sie aus!“

Sechzehn jungen Menschen aus Syrien, Eritrea und dem Irak gab Peter eine Chance. Nach Sprach- und Arbeitspraktikum begannen zwölf von ihnen eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, vier kamen im Lauf der Zeit aus anderen Kfz-Betrieben dazu. Zusammen bildeten sie in der Berufsschule im ersten Ausbildungsjahr eine eigene „Flüchtlingsklasse“.

Sechs von ihnen sind nach drei Jahren Ausbildung dem Berufsabschluss mittlerweile sehr nahe. Sie haben durchgehalten und gemeinsam mit dem Preisträger nicht nur den „Wir-schaffen-das-Slogan“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel umgesetzt, sondern auch das Vertrauen, das ihnen der Unternehmer entgegenbrachte, nicht enttäuscht.

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