Höchste Stufe: Schutzklasse VR10
Mercedes kommt ebenso wie die anderen Hersteller von Panzerfahrzeugen mit der Produktion von tonnenschweren Limousinen und Geländewagen kaum nach. Bei den unzähligen Nachpanzerfirmen sieht es kaum anders aus. Die zahllosen Gefahrenherde in den Krisenregionen lassen die Nachfrage immer weiter ansteigen. „Die Waffentechnologie entwickelt sich immer weiter“, sagt Markus Nast, verantwortlich für den Vertrieb der Panzerfahrzeuge im Hause Daimler, „daher haben wir nachgelegt und bieten mit dem S 600 Maybach Guard nun erstmals die Schutzklasse VR10 an.“ Diese höchste zivile Beschussklasse schützt die gefährdeten Insassen bis zum Kaliber 7,62 x 54 mm mit Stahlmantel.
Die bisherige Topklasse VR9 schützt Angela Merkel, Vladimir Putin oder die europäischen Königshäuser vor dem unwesentlich kleineren Geschoss 7,62 x 51 mm. Doch der kleine Unterschied, den zum Beispiel das Dragunov Scharfschützengewehr macht, kann einen das eigene Leben kosten. „Bevor ein Panzerfahrzeug das so wichtige Sicherheitszertifikat vom Beschussamt Ulm bekommt, wird bis zu 500 Mal beschossen – zwei Autos werden bei den Prüfungen komplett zerstört“, erklärt Markus Nast.
Selbst gegen Gasangriffe gewappnet
Kein günstiges Vergnügen: Immerhin kostet die neue Hochsicherheitslimousine Mercedes S 600 Maybach Guard der Schutzklasse VR10 mindestens 560.000 Euro. Doch so hoch gesichert die Schwerpanzer auch sind – als festes Ziel steigt das Risiko für Leib und Leben. „Deshalb geht es darum, immer in Bewegung zu bleiben“, sagt Fahrinstruktor Michael Steinbichel, „es geht um die ersten drei oder vier Minuten, um das Auto aus der Gefahrenzone zu bringen.“ Deutlich gestiegen ist die Gefahr durch Bombenangriffe. „Die Entwicklung ist nicht ganz einfach: Beim Beschuss mit einem Gewehr braucht man harte Materialien für die Panzerungen – für die Bomben braucht man jedoch hochflexible Materialien“, erklärt Mercedes-Mann Nast.
Unterm Kofferraumboden befindet sich eine eigene Luftversorgung, die die Insassen autark von der Außenwelt macht. Und die kleine versteckte Schalterbatterie im Becherhalter hat viel mehr zu bieten, als eine Gegensprechanlage, lauten Alarm und Bedienungen für die oftmals versteckten Flasher. Einige Fahrzeuge sind mit Details wie Störsendern und Funkanlagen ausgerüstet. Alles im Dienste der Sicherheit.
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