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Hongqi: Chinesischer Autobauer mit futuristischen Studien

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm/mid/dpa / Andreas Grimm

Mit staatstragenden Limousinen verdiente Hongqi bislang Geld. Angesichts des rasanten Wandels im Käufergeschmack ist das zu wenig. Nun brechen zwei Studien des Autobauers auf der IAA radikal mit der Vergangenheit. Zu der gehört auch ein sehr früher Auftritt in Deutschland.

Das Hypercar S9 von Hongqi ist einer von zwei Hinguckern des chinesischen Autobauers auf der IAA 2019.
Das Hypercar S9 von Hongqi ist einer von zwei Hinguckern des chinesischen Autobauers auf der IAA 2019.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Bei aller IAA-Krise ist auf die Chinesen doch Verlass. Marken und Modelle aus dem Riesenreich haben Exoten-Status, das ist in diesem Jahr nicht anders als in früheren Jahren. 2013 etwa war die Marke Changan wie aus dem Nichts aufgetaucht. In diesem Jahr ziehen Wey, Byton und als besonders schillernder Exot Hongqi das Publikum an mit ihren letztlich nicht unbedingt Innenstadt-tauglichen Elektroboliden und Riesen-SUV. Am Stand von Hongqi rätselt man besonders lange, wer die gezeigten Entwürfe wohl kaufen soll.

Laute Musik und martialische Lichteffekte sorgten für die entsprechende Untermalung, als Xu Liuping, Chef der FAW-Gruppe, Hongqis ersten selbst entworfenen und selbstgebauten Supersportwagen S9 und das vollelektrische SUV-Konzept E115. Die beiden neuen Automodelle repräsentieren die neueste Technologie und das neueste Design von Hongqi. Sie zeigten die Vision des Autobauers von einem „guten Leben und einer guten Mobilität für Kunden in China und anderswo“. Zu Vertriebsplänen in Deutschland und Europa äußerte sich Hongqi – anders etwa als Wey (Start 2021) und Byton (Direktvertrieb) – bislang nicht.

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Hongqi ist eine von rund zehn Automarken des FAW-Konzerns, der unter anderem mit Volkswagen, Toyota und Mazda zusammenarbeitet. Bekannt ist Hongqi als Limousinen-Hersteller, die größere und kleinere Staatskarossen für die die Elite des Landes produziert. Entsprechend staatstragend ist der Name: Hongqi heißt laut Wikipedia übersetzt „Rote Fahne“. Der 2013 vorgestellte L5 wird auch an Privatkunden verkauft.

Mit den beiden Ausstellungsstücken auf der IAA zeigt sich Hongqi von einer anderen Seite – und vermutlich ist beabsichtigt, das wenig zeitgemäße Limousinen-Image abzuschütteln. Der Hypercar S9 ist dabei der erste eigenentwickelte Supersportwagen der Chinesen. Er soll mithilfe eines V8-Benzinmotors mit vier Litern Hubraum und kombiniert mit einem E-Antrieb dem Hersteller rund 1000 kW/1400 PS entwickeln. Laut der Webseite „Carscoop“ soll die Studie damit bis auf 400 km/h beschleunigen können. Eine Serienfertigung sei bis 2021 angedacht. Der Preis: 2 Millionen Euro.

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Das zweite Ausstellungsstück in Frankfurt ist ein Zwischending aus Riesen-SUV und Limousine namens Hongqi E115, das an den Bentley Bentayga erinnert und wohl auch in dieser Klasse spielen soll. Das vollelektrische Auto soll einer Reichweite von 600 Kilometern haben und in vier Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h spurten. Mehr technische Daten, etwa zur Batterie oder den Elektromotoren, sind bislang nicht veröffentlicht. Laut Xu soll der E115 ein intelligentes Auto sein, „das den Fahrmodus und die Autopilotstufe je nach Verkehr, Fahrerpräferenz und Reiseplan wählen kann“.

Vor 60 Jahren erster deutscher Messebesuch

Übrigens ist Hongqi nicht das erste Mal in Deutschland zu sehen – den ersten Auftritt hierzulande hatte der Autobauer bereits im Jahr 1960. Allerdings war es damals für die Chinesen eine Reise ins sozialistische Bruderland DDR. Die Premiere fand bereits 1960 auf der Messe in Leipzig statt.

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