HUK spielt jetzt auch fair

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

HUK akzeptiert die Stundenverrechnungssätze der Ford-Händler und zahlt Teileaufschläge - im Gegenzug wird der Unfallschaden elektronisch abgewickelt.

Firmen zum Thema

Manfred Reddig, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft der Ford-Händler, rechnet mit einer erfolgreichen Umsetzung des Fairplay-Konzepts mit der HUK.
Manfred Reddig, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft der Ford-Händler, rechnet mit einer erfolgreichen Umsetzung des Fairplay-Konzepts mit der HUK.
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit Oktober dieses Jahres arbeiten die Ford-Händler nicht mehr nur mit der Allianz Versicherungs AG zusammen, sondern auch mit der HUK Coburg. Die Kooperation basiert auf dem von der Allianz her bekannten Konzept des Fairplay. Das heißt, die HUK hat mit den Ford-Partnern Spielregeln vereinbart, die eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung von Unfallschäden garantieren sollen.

Von dieser Kooperation unberührt bleibt die aktive Steuerung von Schadensfällen durch die HUK Coburg in ihre rund 1.200 Partnerwerkstätten. „Das ist auch künftig der Kern unseres Schadenmanagements“, sagt Thomas Geck von der Coburger Versicherung.

Im Jahr 2008 habe die Versicherung über 150.000 Schadensfälle in ihre Partnerwerkstätten gesteuert – für dieses Jahr erwartet das Unternehmen rund 180.000. Geck stellt klar: „Bei der Vereinbarung mit den Ford-Händlern geht es nur um ungesteuerte Schäden, die rund 80 Prozent des gesamten Schadenaufkommens ausmachen.“

Bildergalerie

Gewaltiges Potenzial

In der Tat ist das Potenzial gewaltig. Bertram Schilli von der Ford Werke GmbH gibt an, dass es täglich rund 800 bis 1.000 Unfallschäden an Ford-Fahrzeugen gebe. Den mittleren Schaden schätzt er dabei auf etwa 1.400 Euro.

Im Wesentlichen geht es bei der Vereinbarung zwischen der Ford-Dienstleistungsgesellschaft (FHD) und der HUK Coburg um die elektronische Abwicklung des Unfallschadens – die beiden Parteien haben sich auf die folgenden Eckpunkte geeinigt:

  • Die Lohnraten des Händlers werden zu 100 Prozent akzeptiert.
  • Die HUK-Coburg zahlt ein Drittel des Reparaturkostenumfangs als Vorschuss bei Reparaturkostenfreigabe bzw. -übernahme.
  • Die HUK akzeptiert einen nach oben begrenzten Teilepreisaufschlag, wenn der Händler diesen auch an den Endverbraucher weitergibt.
  • Das Mietwagentableau der FHD 2007 ist Teil der Vereinbarung.
  • Es gibt eine Abschleppkostenvereinbarung.

„Mit dem Fairplay-Konzept der Allianz konnten wir die Bearbeitungszeit für Unfallschäden bei diesem Versicherer deutlich beschleunigen – wir liegen heute bei 3,7 Tagen zwischen Rechnungsstellung und Rechnungsausgleich“, berichtet Manfred Reddig, Geschäftsführer der FHD. 457 Ford-Partner beteiligen sich bisher an diesem Konzept. Reddig rechnet nun damit, dass Fairplay mit der HUK ähnlich erfolgreich wird. Die derzeit sieben Pilotbetriebe will er noch in diesem Jahr auf etwa 30 erhöhen.

Fairplay hat Grenzen

Die HUK Coburg indes will es mit der neuen Fairness in der Unfallschadenabwicklung nicht übertreiben. Die mit dem Ford-Partnernetz getroffenen Vereinbarungen werden für die HUK-Partner zumindest vorerst nicht zum Tragen kommen. Das gilt insbesondere für den Liquiditätsvorteil, den die HUK den Ford-Partnern dadurch verschafft, dass sie ein Drittel des Unfallschadens vorab überweist. Geck ist klar, dass sein Unternehmen in dieser Frage Position beziehen muss. Er will aber zunächst die Ergebnisse aus der Pilotphase mit den Ford-Händlern abwarten. Dass die Versicherung die Stundenverrechnungssätze sowie Teileaufschläge bei den Ford-Partnern akzeptiert, begründet Geck mit den unterschiedlichen Geschäftsmodellen: „Wir steuern kein Volumen in die Werkstätten der Ford-Partner.“

Das ist allerdings nicht zu 100 Prozent richtig. Denn etwa 50 Ford-Partner sind heute schon Partner im HUK-Netz. Die wurden ganz bewusst nicht in die Pilotphase hereingenommen, um „die Geschäftsmodelle nicht zu vermischen“, so Geck. Diese Ford-Partner sollten nun wählen, ob sie künftig von dem Versicherer „fair“ oder „partnerschaftlich“ behandelt werden wollen.

(ID:327554)