Suchen

Hyundai ix35 Blue: Sparmodell für die Boom-Klasse

| Autor / Redakteur: sp-x/Holger Holzer / Gerd Steiler

Der Nachfolger des Tucson setzt als erklärter „Cityroader“ auf dynamische Optik und eine reichhaltige Serienausstattung.

Firmen zum Thema

Kein Pkw-Segment boomt derzeit so wie das der kompakten SUV. Seit einigen Monaten kämpft Hyundai mit dem ix35 um ein gewichtiges Stück vom Neuzulassungs-Kuchen. Der Nachfolger des Tucson setzt dabei auf dynamische Optik und umfassende Serienausstattung. Wir haben uns angeschaut, ob und was der Koreaner noch zu bieten hat,

„Cityroader“ mit Format

Beim Design folgt Hyundai einer sportlichen Philosophie, mit der sich auch Mitbewerber wie Ford Kuga und Kia Sportage von eher klassisch-kantigen Modellen wie VW Tiguan oder Mercedes GLK absetzen. Im Gegensatz zum etwas biederen Vorgänger Tucson ist der ix35 so zu einem durchaus auffälligen und präsenten Auto geworden. Das offroad-ferne Design ist dabei nur konsequent, wollen die Koreaner ihre Kompakt-SUV doch als „Cityroader“ verstanden wissen, dem Ambitionen in Schlamm und Geröll fremd sind.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Ebenso konsequent ist der Allradverzicht bei den meisten Motorvarianten. Das ist für den Boulevardeinsatz durchaus angemessen, senkt den Anschaffungspreis und spart Sprit. Noch genügsamer wird der ix35 in der getesteten Spritsparversion „Blue“ mit dem 1,7-Liter-Dieselmotor. Dort arbeitet ein Start-Stopp-System an der Verbrauchssenkung. Der Effekt ist aber stark abhängig vom Einsatzfeld: Auf dem Normprüfstand sinkt der Normverbrauch lediglich um 0,1 auf 5,2 Liter, im zähen Stadtverkehr können die Einsparungen abhängig vom Verkehrsfluss auch höher ausfallen.

Auto der Vernunft

Insgesamt schlägt sich das SUV beim Verbrauch ordentlich. Im Test verlangte er bei hohem Autobahnanteil rund sechseinhalb Liter Sprit – in Ordnung für ein Auto dieser Größe. Der 85 kW/116 PS starke Vierzylinder ist im Gegenzug aber auch kein Ausbund an Temperament. Vor allem bei voller Beladung gerät der Motor schnell an seine Grenzen. So empfiehlt sich eine gemäßigte Gangart, die auch am besten zum eher weich abgestimmten Fahrwerk passt. Das bügelt in der Stadt zwar die meisten Unebenheiten weg, auf welligen Landstraßen und Autobahnen bringt es aber leichte Unruhe in die hochbauende Karosserie.

Doch Fahrdynamik ist trotz des schnittigen Designs nicht die erste SUV-Pflicht. Viel wichtiger sind Platzangebot und Variabilität. Dort spult der Hyundai allerdings nur das Standard-Programm ab. Die Rückbank ist geteilt umlegbar – und damit hat es sich. Das Platzangebot ist trotzdem ordentlich. Auch wenn alle Passagiere an Bord sind, können noch 465 Liter Gepäck geladen werden. Bei voll umgeklappter Rückbank wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.436 Liter. Die Ladekante ist dabei komfortabel niedrig.

Hyundai gibt fünf Jahre Garantie

Wirklich punkten kann das SUV bei der Ausstattung. Schon die für 24.160 Euro erhältliche Basisversion des Testwagens protzt mit Details, die woanders richtig ins Geld gehen. So gibt es neben Klimaanlage und CD-Radio auch beheizbare Außenspiegel, Dachreling, Bordcomputer und Unterfahrschutz ohne Aufpreis. Wer da noch Geld übrig hat, kann sich Luxus wie ein großes Panoramadach, Teillederpolster oder Sitzheizung leisten. Die gute Ausstattung macht aber nur einen Teil des Preisvorteils aus. Mindestens ebenso wichtig ist die ungewohnt lange Garantiezeit von fünf Jahren, zudem sind in diesem Zeitraum fünf Wartungen kostenlos.

Das Billigheimer-Image hat Hyundai mittlerweile abgelegt. Auch der ix35 fährt bei Qualität und Technik auf Augenhöhe mit der europäischen Konkurrenz. Und bleibt trotzdem preiswerter.

(ID:379206)