BCA Im Ausland bringen gebrauchte E-Autos mehr Geld

Autor: Silvia Lulei

Die Sorge, ob sich ein gebrauchtes E-Auto zu einem vernünftigen Preis vermarkten lässt, bleibt. Denn zumindest in Deutschland wird es die Restwertbremse in Form der staatlichen Innovationsprämie noch bis 2025 geben. Vermarktungschancen gibt es aber international.

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Immer mehr Autofahrer entscheiden sich für ein E-Auto, weil das Ladenetz wächst und die Reichweite steigt. Ein langes Gesicht gibt es nur noch beim Wiederverkaufswert.
Immer mehr Autofahrer entscheiden sich für ein E-Auto, weil das Ladenetz wächst und die Reichweite steigt. Ein langes Gesicht gibt es nur noch beim Wiederverkaufswert.
(Bild: picture alliance / M.i.S.-Sportpressefoto)

Lange Zeit zögerten die deutschen Autokäufer, ein Elektrofahrzeug oder einen Plug-in-Hybrid zu kaufen. Zu teuer, zu geringe Reichweite und ein beschränktes Angebot an Ladestationen hielten viele davon ab. Mittlerweile ist aber nicht nur das Netz an Stromzapfsäulen gewachsen, sondern auch die Kapazität der Akkus. Längere Strecken mit einem E-Fahrzeug sind heute kein echtes Problem mehr. Doch für den seit 2020 festzustellenden Boom bei der Neuzulassung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden sorgen in erster Linie die staatliche Förderung und die teilweise enormen Rabatte, mit denen Hersteller den Stromer-Absatz ankurbeln.

Tatsächlich liegen in vielen Fällen die Endpreise für E-Mobile nahezu gleichauf mit denen für vergleichbare Fahrzeuge mit einem Verbrennermotor. Dies macht elektrisch angetriebene Fahrzeuge für immer mehr Autokäufer zu einer interessanten Alternative. Doch so erfreulich der E-Auto-Boom auch sein mag, für den Handel mit gebrauchten E-Fahrzeugen ergibt sich gerade wegen der hohen Nachlässe ein nicht zu unterschätzendes Restwertproblem. Gerade bei Leasingrückläufern macht sich dies bereits heute bemerkbar.

Den großen E-Auto-Boom gibt es nur in Deutschland

Wenn sich der Restwert eines jungen gebrauchten E-Autos mit einer geringen Laufleistung auf dem annähernd gleichen Niveau bewegt wie der Preis für einen Neuwagen, lässt sich das Gebrauchtfahrzeug auf dem deutschen Markt kaum noch gewinnbringend vermarkten. Und angesichts der Verlängerung der staatlichen Innovationsprämie bis 2025 wird das Problem in den kommenden Jahren größer.

Da es auf anderen europäischen Märkten weder staatliche Subventionen noch Herstellerrabatte in dieser Höhe gibt, liegen die Preise für gebrauchte E-Mobile dort auf einem höheren Niveau. Hinzu kommt, dass längst nicht in allen Ländern der Verkauf von neuen Elektroautos derart boomt wie in Deutschland. Das höhere Preisniveau und das begrenzte Angebot auf einigen Märkten im europäischen Ausland macht den Export von gebrauchten E-Autos deshalb zu einer interessanten Alternative für deutsche Händler, die das Restwertrisiko minimieren möchten.

Bereits nach einer Haltedauer von sechs Monaten steht dem Verkauf eines E-Autos ohne den Verlust der Förderprämie nichts mehr im Wege. Maximilian Ebert, Head of Marketing & Business Development bei BCA, rät den deutschen Autohändlern, sich Alternativen bei der Vermarktung zu suchen: „Die aktuelle Entwicklung bedeutet, dass für diese Fahrzeuge Alternativen zum klassischen Verkauf an private Käufer, Aufkäufer oder Händlerkollegen vor Ort gefunden werden müssen.“ BCA hat mit einem eigenen Marktplatz für gebrauchte E-Fahrzeuge und den wöchentlichen EV-Days bereits Erfahrung gesammelt.

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Über den Autor

 Silvia Lulei

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Fachredakteurin Kfz-Gewerbe, Vogel Communications Group