Volkswagen hebt Prognose an „Im weiteren Jahresverlauf ist noch viel von uns zu erwarten“

Autor: Christoph Seyerlein

Blickt man auf die Zahlen, die Volkswagen am Donnerstag für das erste Quartal 2021 vorlegte, kann man kaum etwas von einer Krise erkennen. Die Auslieferungen steigen, die Milliarden sprudeln. Entsprechend selbstbewusst gibt man sich in Wolfsburg.

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Präsentierten am Donnerstag gute Quartalszahlen: Volkswagen-CEO Herbert Diess (re.) und Finanzvorstand Arno Antlitz (li.).
Präsentierten am Donnerstag gute Quartalszahlen: Volkswagen-CEO Herbert Diess (re.) und Finanzvorstand Arno Antlitz (li.).
(Bild: Volkswagen)

Der Volkswagen-Konzern hat den Krisenmodus verlassen. Das zeigen die Zahlen aus dem ersten Quartal 2021 eindrucksvoll, die die Wolfsburger am Donnerstag vorlegten. Mehr Absatz, mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Rendite – bei allen relevanten Kennzahlen legte der Automobilhersteller im Vergleich zum allerdings auch schwachen Vorjahr teils deutlich zu.

Mit gut 2,43 Millionen weltweit ausgelieferten Neuwagen steigerte Volkswagen seine Verkaufszahlen gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 21,2 Prozent. Ganz auf Vorkrisenniveau bewegt sich das Unternehmen damit aber noch nicht: 2019 waren es in den ersten drei Monaten noch gut 2,6 Millionen Fahrzeuge gewesen.

Dabei dürfte allerdings auch der derzeitige Halbleiter-Mangel eine Rolle spielen. Dennoch konnte der Konzern die Produktion mit gut 2,3 Millionen hergestellten Einheiten im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich steigern (+16,1 %). Damals hatte Volkswagen im Zuge des ersten Corona-Lockdowns viele Werke jedoch auch zeitweise heruntergefahren. Für den weiteren Jahresverlauf warnte Volkswagen-Finanzvorstand Arno Antlitz allerdings vor den Folgen der Chip-Engpässe: „Die Unterversorgung mit Halbleitern in der gesamten Industrie wird im zweiten Quartal voraussichtlich etwas deutlichere Auswirkungen haben als bisher“, kündigte er an.

E-Autos spielen global noch keine große Rolle

Noch keine allzu große Rolle spielen im globalen Absatz-Kontext bei Volkswagen elektrifizierte Modelle. Von den gut 2,4 Millionen ausgelieferten Autos waren gerade einmal knapp 60.000 reine E-Autos und 73.400 Plug-in-Hybride. Damit konnte der Konzern die Zahlen jener Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings mehr als verdoppeln.

Weltweit erreichten die Wolfsburger nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 einen Marktanteil von 12,4 Prozent. Eine wesentliche Rolle für die Vertriebserfolge spielte einmal mehr der chinesische Markt: Dort konnte Volkswagen im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zulegen (+61,4 %).

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal (55,1 Mrd. Euro) deutlich auf 62,4 Milliarden Euro. Damit übertraf Volkswagen sogar den Wert aus Q1 2019 (60 Mrd. Euro). Auch das operative Ergebnis fiel mit 4,8 Milliarden Euro stark aus (Q1 2020: 0,9 Mrd.). Mit einer Rendite von 7,7 Prozent (2020: 1,6 %) dürfte man in Wolfsburg zufrieden sein. Das Ergebnis vor Steuern betrug 4,5 Milliarden Euro, nach Abzügen blieben 3,4 Milliarden Euro übrig. Und auch beim Netto-Cashflow erreichte der Autobauer mit 5,5 Milliarden Euro ein hohes Niveau. Damit erhöhte sich Volkswagens Liquidität auf 29,6 Milliarden Euro.

Als Hauptursachen für die gute Bilanz nannte der Konzern den höheren Absatz, den Verkauf margenstärkerer Autos, positive Effekte aus der Bewertung von Rohstoffsicherungen und erste Erfolge aus dem eigenen Fixkostenprogramm. In die interne Restrukturierung steckte Volkswagen nach eigenen Angaben im ersten Quartal 400 Millionen Euro.

Die Erwartungen steigen

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt man sich in Wolfsburg selbstbewusst. Der Konzern hob am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr an. Die Auslieferungen will der Automobilhersteller nun deutlich gegenüber 2020 steigern. Auch finanziell soll sich das stark bemerkbar machen. Die operative Rendite soll letztlich zwischen 5,5 und 7 Prozent liegen.

CEO Herbert Diess erklärte in einer Mitteilung, man sei mit viel Momentum ins Jahr gestartet. „Gleichzeitig treiben wir unsere Transformation zum klimaneutralen und softwaregetriebenen Mobilitätskonzern weiter entschlossen voran. Unsere erfolgreiche E-Offensive nimmt weiter Fahrt auf und wir haben sie mit attraktiven neuen Modellen deutlich ausgebaut“, so der Konzernchef. Auch bei der Digitalisierung sei man auf einem guten Weg. „Im weiteren Jahresverlauf ist noch viel von uns zu erwarten“, kündigte Diess an.

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Entwicklungsredakteur