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Innung Flensburg: Betriebe auf Elektromobilität umrüsten

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Elektromobilität ist kein Antrieb der Zukunft, sondern der Gegenwart. Beim Branchentreff der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land zeigte Stephan Wiese den Stand der Entwicklung auf.

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Stephan Wiese sprach beim Branchentreff der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land.
Stephan Wiese sprach beim Branchentreff der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land.
(Bild: Kfz-Innung Flensburg)

Elektromobilität gewinnt an Bedeutung, wenn auch nicht so schnell wie zum Teil erwartet. „Von den rund 1,6 Millionen zugelassenen Kraftfahrzeugen in Schleswig-Holstein werden gut 4.000 rein durch Strom angetrieben“, erläuterte Stephan Wiese, Projektmanager bei „eE4mobile“, beim Branchentreff der Kfz-Innung Flensburg Stadt und Land in Glücksburg. Da ist natürlich noch Spielraum nach oben.

Auch wenn die E-Zulassungszahlen bundesweit in den vergangenen Jahren stetig und kräftig gestiegen sind, im Vergleich zur Situation in anderen europäischen Ländern ist Deutschland weit zurück. Im August legten die Neuzulassungen von E-Mobilen in Deutschland auf einen Marktanteil von 1,6 Prozent zu. Zum Vergleich: In Norwegen ist mehr als jede zweite Neuzulassung (52 Prozent) ein Elektroauto.

E-Mobilität im Blick: (v.li.) Günther Brodersen (Obermeister Kfz-Flensburg), Stephan Wiese (Projektmanager „eE4mobile“) und Anja Bauer (stellv. Obermeisterin Kfz-Innung Flensburg).
E-Mobilität im Blick: (v.li.) Günther Brodersen (Obermeister Kfz-Flensburg), Stephan Wiese (Projektmanager „eE4mobile“) und Anja Bauer (stellv. Obermeisterin Kfz-Innung Flensburg).
(Bild: Kfz-Innung Flensburg)

Viele europäische Länder haben sich zwischenzeitlich dazu entschlossen, in den kommenden zehn bis 20 Jahren Verbrennertechnologien komplett zu verbieten: „Wir leben in einer Zeit, in der man sich diesem Thema nicht mehr verschließen kann“, mahnte Wiese.

Doch wie kann die regionale Kfz-Branche auf den an Fahrt aufnehmenden Zug der Elektromobilität aufspringen? Als ersten sinnvollen Schritt sieht Wiese die Einführung der Standardumrüstung. Diese Spezialisierung sollte vor allem Werkstätten überzeugen, denn die Umrüstung von Verbrennungs- auf Elektrotechnologien schafft zusätzliche Möglichkeiten, einen kundenorientierten Service zu bieten. Zudem fordert Wiese zum Umdenken auf in Bezug auf die Wartungsintensität; die werde bei Stromern im Vergleich zu Verbrennern deutlich niedriger sein.

Genug Strom ist vorhanden

Strom scheint genügend zur Verfügung zu stehen, jedenfalls im Norden. „In Schleswig-Holstein wird dreimal mehr Strom produziert als schlussendlich verbraucht. Eine bedrohliche Verknappung der Stromverfügbarkeit ist bei einer Zunahme der Elektromobilität nicht zu befürchten“, erklärte Wiese. Herausforderungen sieht er aktuell jedoch beim Aufladevorgang. Intelligente Technik müsse hier zum Einsatz kommen. Und überhaupt müssten konsequent Quartierladeplätze eingerichtet werden.

Bundesweit gibt es derzeit rund 88.000 Strom- und 71 Wasserstofftankstellen mit öffentlicher Nutzungsmöglichkeit. Nach Einschätzung Wieses viel zu wenig: „Dort, wo Fahrzeuge einige Zeit bis zum nächsten Einsatz ruhen, wie beim Parken im Einkaufszentrum, am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld, müssen zusätzliche Lösungen Abhilfe schaffen“.

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