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Innung Niederbayern: Blick in die automobile Zukunft

| Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Was am Ende des Branchenumbruchs steht, weiß niemand genau. Bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Niederbayern zeigte Journalist und Autoexperte Jörg Don Dahlmann ein Zukunftsszenarium auf.

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Jörg Don Dahlmann blickte bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Niederbayern in die Zukunft.
Jörg Don Dahlmann blickte bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Niederbayern in die Zukunft.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Die automobile Zukunft ist autonom und elektrisch. Davon zeigte sich der Journalist Jörg Don Dahlmann bei seinem Vortrag im Rahmen der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Niederbayern überzeugt. Die Autohersteller forcieren das autonome Fahren, es komme nach seiner Einschätzung vor allem beim Güter- und Taxiverkehr zum Einsatz. Der private Autofahrer werde das selbstfahrende Auto wohl eher verhalten annehmen, prognostizierte Dahlmann.

Das zeigt zumindest die Erfahrung. Laut Dahlmann hat die Automobilindustrie schon in den Fünfzigerjahren an autonom fahrenden Fahrzeugen geforscht und erste Erfahrungen damit gemacht. Damals fanden die Autos ihren Weg über Induktionsschleifen in der Fahrbahn. Hohe Kosten und die mangelnde Akzeptanz des Marktes führten zur Einstellung der Entwicklung. „Die Leute wollten lieber selbst fahren“, erklärte Dahlmann.

Blick in die Zukunft: (v. li.) Josef Huber (Geschäftsführer Kfz-Innung Niederbayern), Jörg Don Dahlmann (Journalist und Consultant), Albert Vetterl (Präsident Kfz-Gewerbe Bayern) und Michael Krammer (Obermeister Kfz-Innung Niederbayern).
Blick in die Zukunft: (v. li.) Josef Huber (Geschäftsführer Kfz-Innung Niederbayern), Jörg Don Dahlmann (Journalist und Consultant), Albert Vetterl (Präsident Kfz-Gewerbe Bayern) und Michael Krammer (Obermeister Kfz-Innung Niederbayern).
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Beim künftigen Antrieb ist Dahlmann von einer elektrischen Zukunft überzeugt. Das müsse aber nicht zwangsläufig batterieelektrisch heißen. Strom könne auch direkt im Fahrzeug erzeugt werden. Denn die Elektromobilität wird durch die fehlenden Akkuleistung ausgebremst – schließlich ist die Reichweite für den Kunden ein wichtiges Thema.

Großer Unterschied zwischen Stadt und Land

Nach Einschätzung des Autoexperten wird sich die Mobilität in Stadt und Land ganz unterschiedlich entwickeln. „Mobil auf dem Land heißt immer auch: eigenes Auto.“ Entsprechend müssten sich die Werkstätten in ländlichen Gebieten wenig Sorgen machen. Anders in der Stadt: Hier prophezeit Dahlmann Sharing-Modelle und eine zunehmende Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs. Im Gegenzug werde das eigene Auto stark an Einfluss verlieren.

Den Kfz-Betrieben riet Dahlmann, ihr Angebot auszuweiten. Der Service werde enorm wichtig werden, um Kunden zu halten. Den nach seiner Einschätzung rückläufigen Autokauf könne man durch eine höhere Werkstattleistung ausgleichen. Im Service gelte: Regional gehe vor international. Die Onlinewelt werde natürlich noch wichtiger als heute werden, die Hersteller seien da sehr aktiv. Von dort kommen künftig Angebote über Apps, die den Kunden bei der Marke halten sollen.

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