Jütten & Koolen: „Autokaufhaus im Internet“

Redakteur: Silvia Lulei

Das Autohaus Jütten & Koolen wurde bekannt als das erste deutsche Autokaufhaus im Internet. Ein straff organisiertes Verkaufsteam verkauft via Call-Center pro Jahr zwischen 8.000 und 9.000 Neuwagen, die bis zu 40% günstiger sind als in den gültigen Preislisten.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Das Autohaus Jütten & Koolen in Heinsberg wurde bekannt als das erste deutsche Autokaufhaus im Internet. Ein straff organisiertes Verkaufsteam verkauft via Call-Center pro Jahr zwischen 8.000 und 9.000 Neuwagen, die bis zu 40% günstiger sind als in den gültigen Preislisten. Jetzt ist Jütten & Koolen auch im Gebrauchtwagengeschäft aktiv. Seit September 2006 verkauft das Unternehmen Gebrauchte über das Internet an Wiederverkäufer. Seit August gibt es zudem einen stationären Gebrauchtwagenhandel an der Firmenzentrale in Heinsberg, der sich an Privatkunden richtet. Und wieder will Jütten & Koolen mit seinen Angeboten den Wettbewerb unterbieten: Jeder Gebrauchte soll 500 Euro günstiger sein als vergleichbare Angebote.

Datenbank mit 3.500 Autos

In der Datenbank von Jütten & Koolen sind 2.500 Gebrauchtwagen hinterlegt. Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um diejenigen, die aufgrund ihrer Laufleistung und ihres Alters nicht mehr an Endkunden verkauft werden, sondern ausschließlich Wiederverkäufern vorbehalten sind. Diese Fahrzeuge bietet Jütten & Koolen im so genannten Bieterverfahren derzeit 103 registrierten Wiederverkäufern in ganz Europa an.

So funktioniert das Bieterverfahren:

  • Der Anbieter beschreibt das Auto möglichst detailgenau und fügt idealerweise ein Foto bei.
  • Jütten & Koolen pflegt das Angebot in seine Datenbank ein und bietet es den registrierten Wiederverkäufern per E-Mail an.
  • Die Wiederverkäufer können einen Tag lang Gebote für das Auto abgeben.
  • Ausgehend vom höchsten Gebot schlägt Jütten & Koolen dem Anbieter einen Ankaufpreis vor.
  • Stimmt der Anbieter zu, kauft Jütten & Koolen den Gebrauchtwagen an und verkauft ihn an den Wiederverkäufer weiter, der das höchste Gebot abgegeben hat.

„Das Bieterverfahren verursacht keinen großen Aufwand“, weiß Uwe Schmidt, Leiter der Abteilung Gebrauchtwagen. Seit März 2007 hat er mit seinen zwei Mitarbeitern 2.438 Fahrzeuge in der Datenbank verarbeitet. 207 Gebrauchtwagen haben bislang auf diesem Weg ihren Besitzer gewechselt. Das entspricht einer Erfolgsquote von 8%. Mit dem durchschnittlichen Bruttoertrag von 400 Euro pro Fahrzeug ist Schmidt zufrieden: „Für das Resellergeschäft ist das in Ordnung.“ Die Rendite liegt bei 6,6%.

Ankaufswerte höher als üblich

Der besondere Charme des Bieterverfahrens liege darin, dass deutlich höhere Ankaufswerte zu erzielen sind, erklärt Schmidt. Zwei Beispiele machen das deutlich: Für einen Audi A4 Avant, Baujahr 2002, Benziner mit knapp unter 80.000 km Laufleistung, gingen vier Gebote von 6.000 bis 11.900 Euro ein. Für eine Limousine BMW 520, Baujahr 1999, gab es drei Gebote von 4.880 bis 6.200 Euro. Jütten & Koolen machte dem Anbieter in diesem Fall wiederum ein Kaufangebot über 5.800 Euro. Schmidts Resümee: „Wir haben festgestellt, dass die Gebote für diese Fahrzeuge absolut modellabhängig sind. Sie orientieren sich nicht unbedingt an DAT oder Schwacke.“

Die Gebrauchtwagen für das Resellergeschäft brauchen rund eine Woche, bis sie verkaufsfertig sind. Diesen Wert peilt Schmidt auch für das Endkundengeschäft mit dem stationären Gebrauchtwagenhandel an. In Sachen Aufbereitung und Instandsetzung sind bereits Kooperationen mit drei freien Werkstätten vor Ort geschlossen.

Für das Privatkundengeschäft kauft Schmidt künftig gezielt Gebrauchtwagen zu. Die Jahresbilanz 2007 soll 500 bis 600 verkaufte Gebrauchtwagen ausweisen. Für das nächste Jahr peilt die Abteilung Gebrauchtwagen schon eine Zahl im vierstelligen Bereich an.

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