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Junior Award 2012: Networking ganz nebenbei

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Michael Brucker verbindet Hobbys und Ehrenamt erfolgreich mit seiner Arbeit im elterlichen Betrieb. Damit hat er sich den 1. Platz beim Junior Award 2012 verdient.

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Michael Brucker hat sich kurz vor dem Abitur dazu entschieden, den elterlichen Betrieb weiterzuführen. Seit Anfang 2011 steht er nun an der Unternehmensspitze.
Michael Brucker hat sich kurz vor dem Abitur dazu entschieden, den elterlichen Betrieb weiterzuführen. Seit Anfang 2011 steht er nun an der Unternehmensspitze.
(Foto: Wehner)

Das größte Problem für Michael Brucker ist die Zeit. Der 27-Jährige trainiert viermal pro Woche für die Wettkampftruppe der Freiwilligen Feuerwehr – zusätzlich zu den regulären Übungen. Samstags geht Brucker gerne ins Fußballstadion. Sein Lieblingsverein ist der 1. FC Nürnberg. Beim „Club“ hat er eine Dauerkarte, nimmt ab und zu einen Geschäftspartner mit oder auch einfach nur einen Kumpel. Sonntags spielt er selbst Fußball in der 1. Mannschaft des SSV Brand. Daneben ist er aktiver Tennisspieler, spielt Tischtennis, engagiert sich in der Soldaten- und Kriegerkameradschaft, dem Fichtelgebirgsverein und ist in der Jungen Union Kassier des Ortsverbands und Schriftführer des Kreisverbands.

All das sind nur die Freizeitaktivitäten von Michael Brucker. Die meiste Zeit des Tages – für gewöhnlich etwa von 7 bis zirka 19 Uhr – sitzt der 27-Jährige am Schreibtisch und lenkt die Geschicke des Skoda-Autohauses Brucker im bayerischen Marktredwitz und dessen Filiale in Brand. Stress scheint es für den 27-Jährigen trotzdem nicht zu geben. Der Autohaus-Chef plaudert entspannt über das Tagesgeschäft in seinem Betrieb oder über seine zahlreichen Hobbys. „Wenn man das, was man macht, mit Spaß betreibt und gerne tut, spielt die Zeit auch keine Rolle“, sagt Brucker.

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Kein Druck von der Familie

Seit 2011 steht Michael Brucker an der Spitze des Unternehmens, das sein Vater Alfons Brucker 1977 mit einer freien Werkstatt in Brand in Leben rief. Zunächst war jedoch nicht klar, ob der einzige Sohn der Familie Brucker den Betrieb übernehmen würde. Nach dem Realschulabschluss im Jahr 2001 hatte er noch keine konkreten Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. Um sich zunächst alle Möglichkeiten offen zu halten, entschloss sich Brucker, nach der mittleren Reife direkt das Abitur zu machen. „Ein Studium in Richtung Sport hat mich damals am meisten interessiert“, erzählt der Geschäftsführer. Druck von seinen Eltern spürte er keinen.

2005 ergab sich für das Unternehmen – inzwischen seit 1998 Skoda-Servicepartner – die Möglichkeit zur Expansion. Skoda suchte einen Händler in Marktredwitz, und Alfons Brucker wollte die Gelegenheit nutzen und den Standort besetzen. Allerdings war die Eröffnung eines zweiten Betriebs mit einem Neubau – und damit einer hohen Investition verbunden. „Das machte nur Sinn, wenn klar war, dass ich die Geschicke der Firma einmal weiterleiten werde. Das hat mich dann schon sehr gereizt“, erzählt Michael Brucker.

Straffe Ausbildung nach dem Abitur

Mit 18 Jahren – kurz vor dem Abitur – entschloss er sich also, den Betrieb der Eltern später zu übernehmen. Um sich für seine künftige Position fit zu machen, entschied sich Brucker, den Weg von der Werkstatt über den Verkauf in die Geschäftsleitung zu gehen – und das Ganze unter einem beeindruckend straffen Zeitplan. 2005 startete er im Betrieb der Eltern eine Lehre als Kfz-Mechatroniker, die er 2007 abschloss, um direkt anschließend eine Ausbildung zum Kfz-Meister zu absolvieren.

Parallel begann Brucker ein Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der FH Leipzig. 2008 kehrte er ins Unternehmen zurück, um im Verkauf zu arbeiten. Er absolvierte zunächst die Ausbildung zum zertifizierten Verkaufsberater, anschließend zum zertifizierten Verkaufsleiter. Nach einer Übergangsphase übernahm Michael Brucker schließlich 2011 den elterlichen Betrieb komplett. Neben der Geschäftsführung ist er auch weiter als Verkäufer tätig. Er fand einen wirtschaftlich gesunden Betrieb vor, identifizierte aber schnell auch Stellen, an denen er Dinge verändern wollte. Seine Eltern reden ihm dabei nicht hinein. „Es ist ganz normal, dass man als junger Mensch einige Sachen anders macht“, sagt Brucker.

Verbesserungspotenzial identifiziert

Das fängt bei der Art und Weise der Mitarbeiterführung an. Alfons Brucker leitete lange einen einzigen Standort, war immer vor Ort und hatte alles im Kopf. „Früher gab es eine Handvoll Mitarbeiter. Mittlerweile sind es fast 20 an zwei Standorten. Man kann nicht überall sein, muss also vernünftig delegieren können“, sagt Brucker. Verbesserungspotenzial fand er unter anderem im Gebrauchtwagengeschäft. Bis vor kurzem noch lief dieses bei Brucker nebenher mit. „Wir haben verkauft, was an Inzahlungnahmen hereinkam“, erzählt der Geschäftsführer.

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