Junior Award: Blitzstart als Unternehmenslenker

Autor / Redakteur: Prof. Anita Friedel-Beitz / Silvia Lulei

Marcel Seyer musste sich von einem Tag auf den anderen im Unternehmen seines Vaters beweisen. Für seinen Sprung ins kalte Wasser hat er den Junior Award 2010 erhalten.

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Marcel Seyer – jung, dynamisch, clever und ein bisschen verrückt, wie er selbst sagt. Fotos: Friedel-Beitz
Marcel Seyer – jung, dynamisch, clever und ein bisschen verrückt, wie er selbst sagt. Fotos: Friedel-Beitz
( Archiv: Vogel Business Media )

„Was ich mache, mache ich immer 120-prozentig“, erklärt Marcel Seyer. Wer den studierten Diplom-Kaufmann in seinem Unternehmen erlebt, spürt, dass der 30-Jährige das ernst meint.

Sein Studium an der Universität Duisburg-Essen absolvierte er in nur sieben Semestern – mit Prädikatsabschluss. Als Belohnung winkte ein sechsmonatiges Stipendium an der Norwegian School of Economics and Business Administration in Bergen. Laut Financial-Times-Ranking war dies seinerzeit eine der weltweit renommiertesten Hochschulen für Betriebswirtschaft.

Doch bevor er in den hohen Norden startete, gönnte sich Seyer drei Monate Auszeit. Er packte seinen Rucksack und tourte durch die Welt, sammelte Eindrücke und nutzte die Zeit, um herauszufinden, was er beruflich erreichen möchte.

Seyer entschied sich für das elterliche Autohaus und bewarb sich ganz förmlich bei seinem Vater. Der stellte ihn ein, und sein Sohn begann damit, in den ersten Wochen eine Stärken-Schwächen-Analyse des Unternehmens zu machen. Seyer junior lernte das Unternehmen so von der Pike auf kennen: Er setzte sich neben jeden Mitarbeiter und ließ sich erklären, warum er die Dinge so und nicht anders macht.

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Eine Woche lang schraubte er im Blaumann in der Werkstatt mit. Dazwischen fragte er seinen Vater ungeduldig immer wieder, was er noch tun könne. Die Antwort war immer die gleiche: „Such Dir Deine Aufgaben selber.“ Das fand der Junior zwar nicht prickelnd, aber es spornte ihn immer wieder aufs Neue an. Denn Marcel Seyer hatte eine Reihe von Änderungsvorschlägen, die er bei seinem Vater durchfechten wollte.

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