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»kfz-betrieb« Auto-Check: DS 5 – ist der Kult oder kann er weg?

| Autor: Jan Rosenow

Seit 2012 hält sich der auffällig gestylte Crossover nun schon im PSA-Programm. Doch zuletzt griffen immer weniger Kunden zu – eine Voraussetzung für späteren Kultstatus?

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La Chrome Nation: Der DS 5 sollte Frankreichs Fahne in der Premiumklasse hissen.
La Chrome Nation: Der DS 5 sollte Frankreichs Fahne in der Premiumklasse hissen.
(Bild: Jan Rosenow)

Es gibt ja Autos, die sich während ihrer aktiven Zeit nur schlecht verkaufen, aber als Gebrauchte Kultstatus erreichen. Ob das auch beim (Citroën) DS 5 so sein wird? Die erste dafür notwendige Voraussetzung – kommerzieller Misserfolg – bringt er schon einmal mit: Die Verkaufszahlen sanken nach einem einsamen Peak im ersten Modelljahr 2012 kontinuierlich ab. Im Jahr 2017 entschieden sich nur noch gut 300 Käufer für den großen Franzosen.

Doch besitzt er auch das Kultpotenzial, das nötig ist, um in der Youngtimerszene späte Anerkennung zu finden? Das wiederum ist durchaus nicht ausgeschlossen. Denn ein Auto wie den DS 5 gibt es kein zweites Mal auf dem Markt: Der lange, torpedoartige Wagenkörper, die Front mit den riesigen Scheinwerfern und der breiten Chromleiste, die sich von den Leuchten bis zur A-Säule zieht, sowie der luxuriös ausstaffierte Innenraum besitzen ihren eigenen Charme.

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In welchem Segment der DS 5 antritt, ist nicht einfach zu sagen: Er ist keine Limousine, kein Kombi, kein Coupé und kein SUV. Am besten passt sicherlich die Bezeichnung Crossover zu ihm, und bei seinem Debüt 2011 dürfte er einer der ersten Vertreter dieser heute so populären Fahrzeugklasse gewesen sein. Noch ein Grund mehr für Kultpotenzial.

Hoher Fahr- und Klimakomfort

Das retrofuturistische Design kann sich sogar sieben Jahre nach dem Debüt noch sehen lassen, hat allerdings auch seine funktionalen Nachteile mit durch die Zeit geschleppt. Vor allem die Übersichtlichkeit leidet unter der expressiven Form. Vorne stört die doppelte A-Säule, hinten das schmale Heckfenster mit der Querstrebe, die so ungünstig platziert ist, dass sie hinten fahrende Autos zuverlässig ausblendet (jedenfalls bei größeren Fahrern).

Dafür überzeugt das Cockpit mit Komfort, guter Ausstattung und eigenständigem Design. Die Heizungs- und Lüftungsanlage lässt sich mit ihren Knöpfen und Drehschaltern leicht bedienen und klimatisiert das Auto angenehm und zugfrei. Automatikstellung und Klimaanlage lassen sich in mehreren Stufen einstellen.

Dem Zentraldisplay mit seiner Mischung aus Zeigern und monochromen LCD-Displays sieht man sein Alter an, aber mit Ausnahme des Drehzahlmessers ist es gut ablesbar. Die Bedienung von Navigation und Entertainment geschieht über ein Touch-Display in der Mitte, auf dem Schrift und Schaltflächen leider etwas klein sind. Ein schönes Detail ist die rechteckige Analoguhr im Cockpit, die aussieht wie eine Armbanduhr der Sechzigerjahre.

Turbodiesel mit starkem Durchzug

Der Testwagen war mit einem zwei Liter großen Turbodiesel in Kombination mit Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Zum luxuriösen Charakter des DS hätte eine Automatik besser gepasst, aber durch das hohe Drehmoment waren Schaltvorgänge selten nötig. So zeigte sich der Franzose als schneller, komfortabler Gleiter, mit dem sich lange Strecken ermüdungsfrei bewältigen lassen. Bei verkehrsgerechter Fahrweise lag der Verbrauch bei rund 6,5 Litern auf 100 Kilometern.

Mit seinen Qualitäten hätte der DS 5 durchaus mehr Fans verdient gehabt, aber dass ihm jetzt im Herbst seines Modelllebens noch einmal mehr Zuspruch vergönnt sein wird, ist unwahrscheinlich. Und so wird die Autowelt erst nach der Produktionseinstellung verstehen, was der DS 5 zu bieten hatte: Er transportierte den eigenwilligen Charme der legendären DS ins 21. Jahrhundert, war einer der ersten Crossover in der Luxusklasse und lässt sich auf einem vollen Parkplatz auf den ersten Blick identifizieren. Der Autor ist sicher: Der DS 5 wird zum Kultauto – früher oder später.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group