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»kfz-betrieb« Auto-Check: Hyundai Ioniq Hybrid

| Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Christoph Seyerlein

Hyundai und Hybrid – an diesen Gedanken müssen sich Kunden und Interessenten erst noch gewöhnen. Wer den Wagen jedoch gefahren ist, vergisst ihn nicht mehr so schnell.

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Die erste Halbjahresbilanz des Hyundai Ioniq Hybrid kann sich sehen lassen: Von Januar bis Juni 2017 wurden insgesamt 836 Einheiten dieses Modells in Deutschland neu zugelassen.
Die erste Halbjahresbilanz des Hyundai Ioniq Hybrid kann sich sehen lassen: Von Januar bis Juni 2017 wurden insgesamt 836 Einheiten dieses Modells in Deutschland neu zugelassen.
(Bild: Michel/»kfz-betrieb«)

Während jeder Autointeressierte weiß, dass der Prius ein Hybridmodell von Toyota ist, schwächelt die automobile Allgemeinbildung beim Namen Ioniq noch gehörig. Dass mit diesem Wort gleich eine ganze Modellfamilie mit insgesamt drei unterschiedlichen alternativen Antrieben von Hyundai gemeint ist, hat sich noch längst nicht überall herumgesprochen. Seit Oktober vergangenen Jahres ist die Hybrid-Variante im Handel, einen Monat später folgte der Elektroantrieb. Aktuell führen die Hyundai-Händler das Plug-in-Hybrid-Modell ein.

Leitet sich der Toyota-Name Prius (zuerst) aus dem Lateinischen ab, entstand das Kunstwort Ioniq von Hyundai wie folgt: Der erste Teil des Produktnamens „Ion“ kommt vom elektrisch geladenen Atom beziehungsweise Molekül. Der zweite Teil, „iq“ steht als Synonym für das englische Wort unique (einmalig).

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„Wir waren von Anfang an von dem Konzept des Ioniq überzeugt“, sagt Markus Schrick. Als Begründung fügt der Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland an: „Der Ioniq ist das weltweit einzige Fahrzeug, das von Anfang an ausschließlich für verschiedene elektrifizierte Antriebe entwickelt wurde.“

Nach unseren Testfahrten mit dem 4,47 Meter langen, frontangetriebenen Fahrzeug können wir dem nur zustimmen. Denn die Hybrid-Version (Systemleistung von 104 kW/141 PS) hat auf dem Weg von Deutschland nach Südtirol und wieder zurück durchgängig überzeugt – was nicht nur am alternativen Antrieb lag. Dazu beigetragen hat ebenfalls die Ausstattungslinie namens Premium. Für rund 30.000 Euro hält diese einige Überraschungen bereit. Da vergisst man sogar, dass der vom Hersteller angegebene Durchschnittsverbrauch von 3,4 Litern nicht zu erreichen ist. Im defensiven Alltagsbetrieb steht die vier nicht hinter, sondern vor dem Komma. Geht man die Fahrten mit dem Vierzylinder- und Elektromotor jedoch sportlicher an, erscheint hier mindestens eine Fünf.

Der Fahrer kann dies jedoch ganz wesentlich mit den Fahrmodi Sport und Eco beeinflussen. Das speziell für den Ioniq Hybrid entwickelte Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe verhält sich entsprechend und schaltet je nach Wahl früher oder später in den nächsten Gang. Aber wie bereits gesagt, ist es nicht nur der Antrieb, der überzeugt. Als Insasse fühlt man sich in diesem Auto von Anfang an sehr wohl.

In der Ausstattungslinie Premium empfängt der Innenraum die Passagiere mit einem sehr ansprechenden Ambiente. Ferner überraschen Details, die man in dieser Fahrzeugklasse nicht unbedingt erwartet. So kann man beispielsweise die serienmäßige Klimaautomatik in einen sparsamen Betriebsmodus schalten. Zudem lassen sich die vorderen Ledersitze nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Allerdings ist nur der Fahrersitz elektrisch verstellbar. Beide Vordersitze verfügen über aktive Kopfstützen und aktive Gurtstraffer und sind zudem sehr bequem.

Mit jedem Blick attraktiver

Die coupéhafte Karosserieform gefällt spätestens beim zweiten Blick. Mit seiner Formensprache fällt der Ioniq auf, aber keinesfalls unangenehm aus der Reihe. Zum niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,24 tragen aktive Luftklappen bei, welche die Kühlluftzufuhr abhängig von Motortemperatur und Geschwindigkeit selbstständig regeln, ein Heckspoiler und Diffusor, ein aerodynamisch optimierter und großflächig verkleideter Unterboden, das Raddesign und eine spezielle Luftführung an den Vorderrädern.

Serienmäßig sind neben dem Notbremsassistenten auch Radarsensoren, Kameras, ein Spurhalteassistent sowie eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsreglung an Bord. Im Falle eines Unfalls schützen insgesamt sieben Airbags – darunter ein Knieairbag für den Fahrer – die Insassen.

Erstmals bei einem Hyundai-Modell ergänzt eine Smartphone-Ladefläche für kabelloses, induktives Laden das Radio-Navigationssystem. Zudem sind über den Bildschirm Informationen über Fahrweise, Energiefluss, Verbrauch und Sparsamkeitsniveau abrufbar. Die volldigitalen Instrumente bieten in der Hybrid-Variante zwei Anzeigealternativen, die abhängig vom Modus des Doppelkupplungsgetriebes informieren: Ist die Eco-Funktion aktiviert, wird als zentrales Instrument ein Geschwindigkeitsmesser mit blauer Beleuchtung gezeigt. Im Sport-Modus wird die Fahrgeschwindigkeit als Zahlenwert angezeigt, und im Display erscheint ein Drehzahlmesser. Zudem wechselt die Hintergrundfarbe auf Rot.

Apropos Blau oder Rot: Von uns bekommt der Hyundai Ioniq Hybrid die grüne Karte. Auto und Antrieb haben bei den Testfahrten rundum überzeugt. Jetzt liegt es am Hersteller und den Händlern, die Kunden bzw. Interessenten für die Marke Hyundai und Hybrid zu begeistern – der Ioniq liefert viele gute Argumente dafür.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«