Suchen

»kfz-betrieb« Auto-Check: Hyundai Kona – feiner Kleiner

| Autor: Jan Rosenow

Der neue Mini-SUV protzt mit einer Ausstattungsvielfalt, die manch größeres Modell nicht aufzuweisen hat. Dazu gehören etwa ein Allradantrieb und ein Ottomotor mit richtig viel Dampf.

Firmen zum Thema

Mit dem Kona steigt Hyundai in der boomende Segment der Mini-SUVs ein.
Mit dem Kona steigt Hyundai in der boomende Segment der Mini-SUVs ein.
(Bild: Jan Rosenow)

Kleine SUVs mit expressiver Formensprache sind gerade der, man möge die Wortwahl verzeihen, heiße Scheiß auf dem Automobilmarkt. Um in der schier explodierenden Modellvielfalt wahrgenommen zu werden, muss sich ein Hersteller ganz schön anstrengen – so wie Hyundai. Der koreanische Beitrag zum Boomsegment heißt Kona, und in ihm bündelt sich der gesamte Ehrgeiz des Konzerns, endlich zu den deutschen Premiumherstellern aufzuschließen.

Und so ist der Kona nicht nur einfach eine hochgelegte Kleinwagenvariante, sondern basiert auf einer eigenen SUV-Plattform inklusive Allradantrieb. Als erstes Hyundai-Volumenmodell besitzt er ein Head-up-Display, und auch die Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen kann sich sehen lassen: Sie umfasst sogar einen aktiven Spurhalteassistenten, der bei Gefahr des Abdriftens in die Lenkung eingreift und das Auto in der Fahrspur hält.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Optisch hebt sich der Kona von seinen soliden, aber wenig aufregenden Markengeschwistern ab. An der Front gibt es ein zweistöckiges Leuchtenensemble mit hoch angeordneten, schmalen Tagfahrleuchten. Die auffälligen Karosseriefarben lassen sich im Innenraum in Form von bunten Applikationen replizieren – der Testwagen in „Acid Yellow“ besaß giftig-grün schillernde Sicherheitsgurte, Nähte und Zierrahmen.

Das Platzangebot des 4,17-Meter-Wagens entspricht dem Standard in der Kompaktklasse und reicht für eine Familie mit zwei Kindern aus. Nur allzu viel Kofferraum sollte man nicht erwarten, hier fehlt es dem Kona trotz seiner hohen Statur wegen des Hinterachsdifferenzials an Ladehöhe.

Die umfangreiche Ausstattung bringt eine beachtliche Anzahl an Bedienelementen mit sich. Hyundai setzt auf eine Kombination aus Touchscreen und konventionellen Knöpfen, und das funktioniert sehr gut. Wer beispielsweise den Spurhalteassistenten ausschalten will, muss sich nicht erst durch mehrere Menüebenen arbeiten wie bei manchen Konkurrenten, sondern betätigt einfach den entsprechenden Schalter links vom Lenkrad. Auch die Klimaanlage lässt sich mit ihren großen Tasten und Drehrädern fast blind bedienen.

Turbobenziner mit typischen Eigenschaften

Wer sich mit Konkurrenten wie dem Audi Q2 oder dem Mini Countryman anlegen will, der braucht allerdings mehr als nur auffälliges Design und gute Ausstattung. Ein leistungsstarker Motor sollte ebenfalls im Angebot sein, und zwar angesichts der aktuellen Lage nicht nur als Diesel.

Hyundai hat dem Kona deshalb einen 1,6-Liter-Turbomotor spendiert, der 130 kW/177 PS leistet und ein Drehmoment von bis zu 265 Newtonmetern abgibt. Zusammen mit dem schnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe stellt er einen souveränen Antriebsstrang dar, zumal dank Allrad auch keine Traktionsprobleme zu beobachten sind. In 7,9 Sekunden flitzt das kleine SUV von 0 auf 100 km/h.

So sparsam wie ein Diesel ist der Vierzylinder trotz Direkteinspritzung und langer Übersetzung allerdings nicht. Hyundai gibt als Durchschnittswert 6,7 Liter auf 100 Kilometern an; turbotypisch lässt sich der Spritkonsum aber auf der Autobahn auch leicht auf zehn Liter treiben.

Mit einem leichten Gasfuß kann der Fahrer solche Exzesse natürlich vermeiden; außerdem bleibt ihm dann der plärrende Klang erspart, den der 1,6-Liter bei Vollgas abgibt.

Bald kommen Diesel- und Elektrovarianten

Der Kona könnte für Hyundai der nächste große Wurf werden. Technisch kann er sich mit den besten Konkurrenten messen, bleibt mit einen Preis von 26.400 Euro (1.6 T-GDI mit Automatik) aber preislich auf dem Boden. Der Grundpreis für die Baureihe beträgt nur 17.500 Euro.

Kein Wunder, dass die Koreaner mit ihren jüngsten Modell noch große Pläne haben: 2018 bekommt er nicht nur die neueste Dieselgeneration von Hyundai, sondern auch eine Elektrovariante mit beeindruckenden Daten zur Seite gestellt – und überholt damit die sogenannten Premiumkonkurrenten ganz lässig.

(ID:45179804)

Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group