»kfz-betrieb« Auto-Check: Kia Soul 1.6 CRDi

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Kias cooler Kasten zeigt sich nach dem Modellwechsel edler, leiser und agiler. Vor allem in der Stadt macht er mit guter Übersicht und leichtgängiger Lenkung Freude.

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Mit seiner hohen Front und der kastigen Form ist der Kia Soul ein Design-Einzelgänger.
Mit seiner hohen Front und der kastigen Form ist der Kia Soul ein Design-Einzelgänger.
(Foto: Rosenow)

In der Stadt ist der Kia Soul ein echtes Spaßauto: Mit seinen kompakten Abmessungen, der leichtgängigen Lenkung und der hohen Sitzposition besitzt er die besten Voraussetzungen für den Slalom durch urbanes Geläuf. Dazu kommt das kantige und scheinbar simple, aber charakterstarke Styling, das sich auch fünf Jahre nach der Präsentation der ersten Modellgeneration noch nicht verbraucht hat.

Trotz des nahezu identischen Aussehens soll der 2014er Soul ein „völlig neues Fahrzeug“ sein, heißt es bei Kia. Und da die Abmessungen samt Radstand sich tatsächlich um wenige Zentimeter geändert haben, wird das wohl stimmen.

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Sehr markant wirkt die kastenförmige Heckpartie, die trotz ihrer Wuchtigkeit leider nur einen Kofferraum im Format des VW Golf enthält. Ein anderer Vergleich mit dem Wolfsburger Bestseller hingegen fällt für den Kia deutlich schmeichelhafter aus: In puncto Innenraumqualität und Haptik von Armaturenbrett und Bedienelementen muss sich der Koreaner vor dem deutschen Marktführer nicht verstecken. Angenehm weiche Kunststoffe, exakte Passungen, satt rastende Drehschalter und Knöpfe machen den Aufenthalt im Soul zur Freude.

Die Infotainmentanlage kombiniert einen acht Zoll großen Touchscreen mit Auswahltasten für die Grundfunktionen und lässt sich dadurch einfacher bedienen als ein reines Bildschirmsystem. Das Gerät gehört zur Topversion „Spirit“ und umfasst auch ein voll und dynamisch klingendes Soundsystem sowie den praktischen DAB-Plus-Empfang.

Der Motor ist nicht so bullig, wie der Soul aussieht

Geschmackssache sind freilich die in veränderlichen Farben leuchtenden LED-Ringe um die Lautsprecherboxen und die beim Einsteigen erklingende Begrüßungsfanfare.

Antriebsseitig hat sich beim Soul Nummer zwei nichts wesentliches geändert. Neben dem 1,6-Liter-Ottomotor (nun mit Direkteinspritzung) steht ein ebenfalls 1,6 Liter großer Common-Rail-Diesel bereit, den es schon im Vorgänger gab. Mit 94 kW/128 PS bietet er ausreichend Leistung, doch das maximale Drehmoment von 260 Newtonmetern hat mit dem bei voller Ausstattung gut 1,5 Tonnen schweren Kasten schwer zu schuften. Viel Durchzugskraft kann man nicht erwarten. Immerhin bleibt der Motor bei aller Anstrengung recht leise.

Kein Wunder, dass der Soul so kein Sparwunder sein kann – auch die große Stirnfläche spielt dabei eine Rolle. Im Testalltag benötigte der Dieselmotor rund sieben Liter auf 100 Kilometer. Die offizielle Verbrauchsangabe nach NEFZ liegt bei 5,0 Litern.

Auch in der zweiten Modellgeneration hat der Kia Soul seinen eigenwilligen Charme behalten. Das Design liebt man, oder man schaut schnell weg – dazwischen gibt es nichts. Das Platzangebot reicht nur wenig über das der Kleinwagenklasse hinaus, und der Dieselmotor wird den Erwartungen nicht gerecht, die das bullige Äußere weckt. Der Innenraum bietet Wohlfühlatmosphäre und Hifi-Klang auf hohem Niveau, und die leichtgängige und exakte Lenkung macht den Soul zum Stadtspaßwagen.

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