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»kfz-betrieb« Auto-Check: Mini Cooper

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Mit dem neuen Dreizylinder hat der Mini einen Antrieb bekommen, der genauso charismatisch ist wie das Auto selbst. Satte 136 PS gewährleisten flotte Fahrleistungen.

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Neu und doch ganz der Alte: Mini Cooper 2014.
Neu und doch ganz der Alte: Mini Cooper 2014.
(Foto: Rosenow)

Ein Modellwechsel beim Mini ist immer eine schwierige Sache. Wie überarbeitet man etwas, das doch eigentlich so aussehen soll, als wäre es direkt aus dem Jahr 1959 in unsere Zeit gebeamt worden? Und so zeigt der Mini auch in der mittlerweile dritten Generation seit dem Re-Start im Jahr 2001 die typische Linie des Urmodells – mit ihren kurzen Überhängen und steilen Scheiben.

Bei den Abmessungen und in der Detailgestaltung hingegen könnten die Unterschiede kaum größer sein. Mit 3,82 Metern Länge ist der Mini nun ein vollwertiges Auto, und die Breite von 1,73 Metern (ohne Außenspiegel) lässt es auf der linken Spur von Autobahnbaustellen schon knapp werden für den Kleinen. Die ausladende Größe der Scheinwerfer, insbesondere die der Heckleuchten, macht den Betrachter etwas ratlos: Ist das noch cool oder schon peinlich?

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Die gleiche Frage stellt sich im Innenraum. Das riesige Zentralinstrument dient zwar nicht mehr als Tacho (der sitzt jetzt auf der Lenksäule), dafür wird es von einem LED-Ring umgeben, der seine Farbe je nach Drehzahl ändert. Oder nach Innenraumtemperatur. Oder nach Gebläsestufe. Oder aus weiteren, unbekannten Gründen. Das Jahrmarktsgeflimmer drängt sich penetrant ins periphere Sichtfeld und lenkt den Fahrer von der ohnehin nicht ganz einfachen Bedienung ab – ein Thema, bei dem sich der Brite ebenfalls treu geblieben ist.

Vollkommen neu ist indes das Antriebsaggregat des Zweitürers. Die Version mit dem legendären Namen Cooper besitzt einen 1,5 Liter großen Dreizylinder mit 100 kW/136 PS und 220 Newtonmetern. Mit dem typischen, knurrigen Sound des Dreizylinders, aber dank Ausgleichswelle ohne Vibrationen, treibt der Motor den Mini ausgesprochen freudvoll voran. Stämmiger Antritt aus niedrigsten Drehzahlen ist seine Sache zwar nicht, aber wenn die Nadel des etwas an den Rand gedrängten Drehzahlmessers über die 2.000er-Marke hinweggestrichen ist, schießt der Mini dynamisch voran, ohne die Traktion der Antriebsräder zu überfordern. Für einen Turbomotor erstaunlich ist die unbeschwerte Drehfreude und der sportliche Klang.

Das präzise Fahrverhalten ist der größte Reiz des Mini

Mit dem Dreizylinder hat der Mini endlich einen adäquat charismatischen Antrieb erhalten, der ebenso viel Spaß macht wie das unverändert zackige Fahrgefühl. Dass man ihn etwas mehr auf Drehzahl halten muss als einen vergleichbaren Vierzylinder, stört da nicht, sondern passt eher zum Gesamtbild eines betont fahraktiven Spaßautos. Das präzise Fahrverhalten und die geringen Karosseriebewegungen des Minis sind in dieser Klasse immer noch unerreicht und der größte Pluspunkt dieses Autos.

Mit einem Praxisverbrauch von rund sieben Litern im »kfz-betrieb«-Alltagstest ist der Kleinwagen nicht betont sparsam. Ein echter Grund für Vorwürfe besteht aber auch nicht. Schließlich verleitet der Mini den Fahrer dazu, das Potenzial von Motor und Fahrwerk immer mal wieder auszuloten. Ein echtes Leichtgewicht ist der aufwendig konstruierte Brite auch nicht mehr: Rund 1.100 Kilogramm gibt der Hersteller an. Im Cruising-Modus auf der Landstraße lässt sich der Mini aber auch mit sehr wenig Sprit bewegen – fünf Liter pro 100 Kilometer sind hier möglich.

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