»kfz-betrieb«-Auto-Check: Mitsubishi Space Star

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der neue Kleinwagen überzeugt mit viel Platz und wenig Verbrauch – modernes Design und etwas Charme stehen leider nicht in der Aufpreisliste.

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Trotz des großen Kühlermauls ist der Mitsubishi Space Star ein ganz Braver.
Trotz des großen Kühlermauls ist der Mitsubishi Space Star ein ganz Braver.
(Foto: Rosenow)

Der japanische Autohersteller Mitsubishi ist eine echte Ausnahme in der Branche: Von Generation zu Generation werden seine Autos kleiner und leichter. So war der Colt früher ein veritabler Kompaktwagen im Golf-Segment, wurde dann zum Kleinwagen abgespeckt und steht heute als Microcar mit den Ausmaßen eines Fiat Panda vor uns – mit einem Namen, der früher zu einem noch viel größeren Mitsu-Modell gehörte: Space Star.

Dieser Bezeichnung macht der Viertürer im Rahmen seiner Möglichkeiten Ehre, denn in seinem Innenraum finden selbst vier Erwachsene durchaus menschenwürdige Platzverhältnisse vor. Die Sitze bieten allerdings wenig Seitenhalt; die Fläche der Rückbank ist sogar eben wie ein Brett.

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Überhaupt merkt man dem Space Star an, dass er ein „Weltauto“ werden sollte und die Bedürfnisse europäischer Kleinwagenkunden bei seiner Entwicklung nicht im Fokus standen. Das Design der Karosserie und des Armaturenträgers wirkt altbacken und vermittelt dem Betrachter den Eindruck, es mit dem Vorgänger des Colt zu tun zu haben – und nicht mit seinem Nachfolger. Das Fahrwerk hat bei höheren Geschwindigkeiten ein paar überraschende Gier- und Wankbewegungen parat, die ein unsicheres Gefühl hinterlassen und bei einem Kleinwagen des Jahrgangs 2013 eigentlich nicht mehr vorkommen sollten.

Dabei ist der Space Star mit dem stärkeren der beiden Dreizylinder-Benziner durchaus flott unterwegs: Mit 59 kW/80 PS aus 1,2 Litern Hubraum zieht er unter dem typischen trommelnden Sound dieser Bauart keck vom Fleck und erreicht mit etwas Anlauf ansehnliche 180 km/h Topspeed. Durchzugsstärke ist seine Sache jedoch nicht, weil das aus Verbrauchsgründen extrem lang übersetzte Getriebe mit nur fünf Gängen dem Dreizylinder jedes Temperament raubt. Überholvorgänge wollen also gut geplant sein. Immerhin steigt der Kraftstoffverbrauch auch bei Bleifuß kaum über sechs Liter auf 100 Kilometer.

Leichtbau bringt niedrigen Verbrauch

Dafür verantwortlich sind neben den modernen, reibungsarmen Motoren der konsequente Leichtbau und die ausgefeilte Aerodynamik, in die Mitsubishi deutlich mehr Arbeit investierte als in das Design und die Ausstattung. Mit einem Leergewicht (ohne Fahrer) von 845 Kilogramm und einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Gemessen am 30 Zentimeter längeren Vorgänger Colt ist der Space Star 120 Kilo leichter.

Mit Start-Stopp-System (Serie, außer in der Basisversion) kommt der 1,2-Liter auf einen NEFZ-Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometer (entspricht 96 Gramm CO2 pro Kilometer). Damit gehört er zu den sparsamsten Benzinern auf dem Markt. Besonders günstig in der Anschaffung ist der Space Star allerdings nicht. Die mager ausgestattete Grundversion gibt es zwar bereits ab 8.990 Euro, aber eine Klimaanlage hat erst die Version „Light“ für 10.990. Und mit dem stärkeren der beiden Motoren kostet der Mitsubishi schon mindestens 12.990 Euro.

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