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»kfz-betrieb« Auto-Check: Subaru XV 2.0i

Autor: Ottmar Holz

Crossover und SUVs wollen den Eindruck erwecken, für alle Wetter- und Straßenverhältnisse bestens gerüstet zu sein. Doch für den Einsatz abseits asphaltierter Straßen taugen mangels Allradantrieb nur wenige. Der Subaru XV gehört dazu und überzeugt sowohl im Gelände als auch auf der Autobahn.

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Der XV überzeugt seine Käufer mit seiner nicht überzeichneten Formensprache.
Der XV überzeugt seine Käufer mit seiner nicht überzeichneten Formensprache.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Subaru reitet auch mit der zweiten Auflage des XV auf der ungebrochenen Erfolgswelle der Hochsitzlimousinen. Aus einiger Distanz ähnelt der Impreza-Bruder optisch vielen Wettbewerbern. Vor allem die Proportionen der Silhouette finden sich nahezu deckungsgleich bei Autos wie dem Peugeot 3008/Opel Grandland, Mitsubishi Eclipse Cross und Hyundai Kona. Diese Liste ließe sich weiter fortsetzen – eigenständige und charakteristische Karosserieformen sind in den letzten Jahren rar geworden. Individualität sollen kleine Unterschiede etwa in der Form der Leuchten und ins Blech geprägte Sicken bringen.

Entspannter reisen

Technisch setzt sich der XV dagegen deutlich von den Wettbewerbern ab. Großvolumiger Motor und Allradantrieb sind Serie, und das von Subaru geschnürte Gesamtpaket der Assistenzsysteme überzeugt auf ganzer Linie. Der Boxermotor kennt prinzipbedingt kaum Vibrationen, nicht nur feinfühlige Fahrer spüren den Unterschied zu den weit verbreiteten hochaufgeladenen Dreizylinder-Downsize-Turbo-Motörchen. Der serienmäßige Allradantrieb mit dem X-Mode-Assistenzsystem besitzt das Potenzial, das Versprechen der Karosserieform einzulösen. Doch vermutlich werden nur wenige der Stadtgeländewagen jemals ihre Geländetauglichkeit unter Beweis stellen müssen.

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Den größten Kundennutzen bieten daher neben dem SUV-typisch bequemen Einstieg die Assistenzsysteme – allen voran „Eye Sight“. Mit seiner Stereokamera kombiniert es ein Notbrems- und Anfahrsystem mit Kollisionswarner, eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung und dazu überwacht es die Spurhaltung.

Unser Testwagen hatte noch die optional erhältlichen radargestützten Spurwechsel-, Totwinkel- und Querverkehrassistenten an Bord. Das außerordentlich gut arbeitende Siliziumgehirn des Systems liefert auf Landstraßen und Autobahnen eine tadellose Arbeit ab und lässt sich auch von Fehlleistungen anderer, wie plötzliches Ausscheren hinter Lkws oder hektische Bremsmanöver, nicht aus der Ruhe bringen. Die schnelle Reaktion auf plötzliche Hindernisse ist auch nötig – der Bremsweg des XV aus Tempo 100 bis zum Stand zieht sich über recht lange 39 Meter.

Elektronisch behütet und geleitet wird selbst eine Fahrt Montagmorgen oder Freitagabend auf der A3 zum entspannten Vergnügen. Tempomat auf 160, DAB-Radio ein – und ab dafür! Sogar beim rückwärts Einparken setzt der XV Maßstäbe: Subaru hat ganz offensichtlich nicht an der Rückfahrkamera und dem Entertainment-Monitor gespart – dank hoher Auflösung könnte man bei Bedarf die Schlagzeilen einer Zeitung auf dem Boden hinter dem Auto lesen.

Turboloch ganz ohne Turbo

Der XV könnte durchaus den Weg in meine Garage finden – wenn er ein (Hand-)Schaltgetriebe hätte. Mit dem Lineartronic genannten CVT-Getriebe haben Subarus Ingenieure ein kleines Kunstwerk geschaffen: das Turboloch ganz ohne Turbo. Spontane, starke Beschleunigungswünsche quittiert der XV mit einer kurzen Gedenksekunde, bis sich das von Haus aus stufenlose Getriebe in den sieben künstlich simulierten Gängen die richtige Abstufung ausgesucht hat. Als Trostpflaster erspart der XV seinen Fahrern das nervtötende Aufheulen des Motors, eine sonst übliche Begleiterscheinung stufenloser Getriebe.Orangerote, sauber verarbeitete Ziernähte peppen den gesamten Innenraum auf; auch mit den Materialien bei Lenkrad, Sitzen und Armaturenbrett haben die Innenraumdesigner eine gute Wahl getroffen.

Einzig die Schalthebeleinfassung in Klavierlackoptik möchte ausschließlich schonend gereinigt werden – ein unbedachter Wisch hat hier leider bleibende Folgen. 

Mit seinem übersichtlichen gestalteten Armaturenbrett, den intuitiv bedienbaren Instrumenten und den bequemen Sitzen prädestiniert sich der XV als gemütlicher Gleiter für lange Autobahn- und gerade Landstraßenetappen. Besonders auf der Rückbank überzeugt er mit großer Beinfreiheit. Auch als Lastentransporteur empfiehlt sich der XV, mit einer nur schwach ausgeprägten Stufe im Kofferraumboden bei umgelegter Rückbank.

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Über den Autor

 Ottmar Holz

Ottmar Holz

Redakteur Service und Technik