»kfz-betrieb« Auto-Check: Suzuki SX4 S-Cross

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Christopher Kampfmann

Anders als einige Mitbewerber im Segment der hippen Kompakt-Crossover gibt es den SX4 S-Cross auch mit Allradantrieb. Das zahlt sich aus. Besonders für die Fahrt ins Grüne – oder ins Rapsfeld.

Der Suzuku SX4 soll vor allem junge Menschen ansprechen. Optisch gelingt das schon mal ganz gut.
Der Suzuku SX4 soll vor allem junge Menschen ansprechen. Optisch gelingt das schon mal ganz gut.
(Foto: Dominsky)

Wäre die Testfahrt mit dem Suzuki ein Arzttermin, bei dem man das Ergebnis einer Untersuchung zu besprechen hätte, würde die Frage lauten: „Welche Nachricht zuerst?“ Okay, fangen wir mit der guten an! Der japanische Vertreter in der Crossover-Klasse soll vor allem jüngeres Automobilvolk ansprechen. Das gelingt ihm in optischer Hinsicht von außen betrachtet sehr gut. Im Innenraum funktioniert das dagegen eher weniger, hier geht es typisch japanisch zu. Mit anderen Worten: eher konservativ und farblos. Das aber hat den Vorteil, dass man sich als Fahrer auf Anhieb zurechtfindet. Die Bedienung der Knöpfe und Schalter gibt keine Rätsel auf und verlangt keine Verrenkungen – gut auch in orthopädischer Hinsicht. Alles ist da, wo man es erwartet.

Vorn sitzen auch Großgewachsene sicher – dank ausreichend verstellbarer Sitze – und dank straffer Polster auch bequem. Hinten orientiert sich das Raumangebot eher am Nachwuchs. Der Platz dort fällt ordentlich aus, allerdings ist die Kopffreiheit begrenzt. Der Kofferraum verdient das Prädikat „gut“: Er ist bequem nutzbar, einen zweiten Boden zum Verstecken von Krimskrams gibt es ebenso, und auch die Lehnen machen schnell und einfach Platz für mehr Ladegut. Einziger Haken: Die Sitzflächen der Rückbank bleiben stets da, wo sie sind, und erlauben kein vollständiges Abtauchen der Lehnen.

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Ebenfalls in die Kategorie gut und traditionell asiatisch gehört das Fahrwerk des Suzuki. Anders als bei mach anderem höhergelegten Kompaktwagen ist es keineswegs bocksteif – im Gegenteil. Auch ein für Langstrecken notwendiger Komfort ist ihm nicht fremd. Für den Vortrieb im Gelände sorgt der optionale Allradantrieb. Mittels Schalter kann der Klein-SUV-Pilot diesen in den Betriebsarten „Auto“, „Sport“, „Snow“ und „Lock“ wählen und so die Fahrzeug- bzw. Antriebscharakteristik entsprechend anpassen – das bietet nicht jeder Hersteller!

Schwarzmalerei?

Getrübt wird der gute Fahreindruck jedoch durch die Lenkung bzw. deren Übersetzung/Ansprechverhalten. Man fährt auf langen Geraden ständig Zickzack. Eine echte Nulllage scheint es nicht zu geben für den S-Cross – entweder links oder rechts.

Ein Entweder-oder gibt es auch in Sachen Motorisierung. Womit wir bei der schlechten Nachricht wären. Ohne den alternativ erhältlichen Dieselmotor gefahren zu sein: Er ist die bessere Wahl! Der im Testwagen verbaute Benziner ist ein armer Hund: Man tritt und quält ihn, will man einigermaßen vorankommen. Aber: Was kann man auch von einem 1,6 Liter kleinen Sauger erwarten? Bei einem 1,26 Tonnen schweren Wagen nur sehr wenig – und das liefert er auch. Ohne zeitgemäße Aufladung hinken die Entwickler in Hamamatsu hier der Konkurrenz definitiv hinterher.

Doch es gibt zwei Trostpflaster: Der häufige Griff zum Schalthebel macht Spaß: Die Gänge des Getriebes lassen sich klasse schalten. Und der Verbrauch fiel trotz regelmäßiger Drehzahl- und Lastexzesse erstaunlich moderat aus: Um die sieben Liter sind ein sehr akzeptabler Wert für diese Größe bzw. Masse. Das alles zum Preis von rund 23.000 Euro.

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