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»kfz-betrieb«-Auto-Check: VW T-Cross – ist das noch ein SUV?

Autor: Jan Rosenow

Der kantige Wolfsburger ist so geräumig wie ein Kompakter und so sparsam wie ein Kleinwagen. So kann er das allgegenwärtige SUV-Bashing locker an seinem orangefarbenen Lack abperlen lassen.

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Sieht eigentlich ganz harmlos aus: der neue T-Cross von VW.
Sieht eigentlich ganz harmlos aus: der neue T-Cross von VW.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

SUVs sind in manchen Teilen der Öffentlichkeit mittlerweile das automobile Äqivalent zur Zigarette: umweltschädlich, überflüssig und moralisch höchst verwerflich. Kein Wunder, dass sogar das Umweltbundesamt eine Art Strafabgabe für SUVs fordert und Fahrzeuge mit besonders hohem CO2-Ausstoß mit einer erhöhten Kfz-Steuer belegen will.

Komisch – wir dachten, das sei schon längst der Fall. Schließlich zahlen Autofahrer bereits seit 2009 eine an den Kohlendioxidemissionen orientierte Kfz-Steuer. Jedes Gramm CO2 über dem Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer kostet zwei Euro. Wer mehr ausstößt, zahlt mehr. Das Gleiche gilt übrigens auch für die immer wieder geforderte CO2-Steuer. Denn in der Mineralölsteuer ist schon seit 20 Jahren eine spezielle Ökokomponente enthalten. Wer viel Benzin oder Diesel verbrennt, zahlt mehr. Aber all das scheint sich bislang noch nicht bis zu den SUV-Hassern herumgesprochen zu haben.

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Was das alles mit dem neuesten Volkswagen-SUV, dem T-Cross, zu tun hat? Nun, abgesehen von einer gewissen Robustheit im Auftreten und einer Höhe, die den technisch eng verwandten Kleinwagen Polo um elf Zentimeter übertrifft, lässt er sich kaum mit den tonnenschweren Blechmonstern vergleichen, die Umweltschützer vor Augen haben, wenn sie an SUVs denken.

Er ist ganz einfach ein etwas höher gelegter Kleinwagen, der durch seine kastenartige Grundform auf 4,11 Metern Länge ein Platzangebot offeriert, das sich auch in der Golf-Klasse sehen lassen könnte. Hinzu kommt der bequeme Einstieg durch die hohe Sitzposition – und nein, das ist nicht nur für ältere Menschen mit „Rücken“ vorteilhaft, sondern auch für junge Eltern, die ihr Kleinkind in den Kindersitz heben müssen.

Etwas mehr Komfort wäre wünschenswert

Der Fahrer spürt ebenfalls nicht wirklich viele SUV-bedingte Einschränkungen. Das Fahrverhalten ist leichtfüßig und flott mit exakter Lenkung und wenig Wankbewegungen bei schneller Kurvenfahrt. Das dürfte allerdings auch an der straffen Federung liegen, der die beim Testwagen montierten 18-Zoll-Räder zusätzliche Würze verleihen. Etwas mehr Komfort wäre für ein Familienauto wünschenswert.

Das Armaturenbrett repräsentiert den aktuellen VW-Standard mit zwei großen Bildschirmen – einer vor dem Fahrer für die Darstellung der Instrumente, einer in der Mitte für das Infotainment. Die vielen Funktionen und die teils sehr kleinen und kryptischen Symbole auf dem großen Screen erfordern allerdings genaues Hinsehen und gute Systemkenntnis. So passierte es uns beispielsweise, dass wir die Navikarte unabsichtlich per Touch vom Zentraldisplay in den Tacho verlegten – und sehr lange brauchten, um dies wieder zu korrigieren.

Das Motor-Downsizing funktioniert

Den Antrieb des Testwagens besorgte die leistungsstärkere Version des einzigen lieferbaren Ottomotors, ein 1,0 Liter kleiner Dreizylinder mit 85 kW/115 PS. Fahrspaß kommt mit dem VW-typisch lang übersetzten Antriebsstrang nicht auf. Das Motörchen zieht gleichmäßig durch und sorgt für akzeptable Fahrleistungen, aber mehr ist es eben auch nicht.

Dafür löst der Dreizylinder die dem Downsizing-Konzept nachgesagte Sparsamkeit wirklich ein. Selbst schnelle Autobahnfahrt – nicht die Spezialdisziplin von SUVs mit Ottomotor – treibt den Verbrauch nicht über sechs Liter auf 100 Kilometern. Auf der Landstraße sind es knapp über fünf. Sagen wir doch: Elf Zentimeter mehr Höhe machen noch keinen SUV.

Weitere Informationen zum T-Cross finden Siehier.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group