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Kfz-Gewerbe: Debatte um Kaufanreize führt zu Stornierungen

Autor: Doris Pfaff

Weil der Bund seine Entscheidung über finanzielle Kaufprämien in den Juni verschoben hat, stornieren Kunden ihre Verträge; sie wollen das Ergebnis der politischen Diskussion abwarten. Diese Hängepartie müsse sofort beendet werden, fordert die Kfz-Landesverbände Bayern und Baden-Württemberg.

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Die Debatte um eine mögliche Kaufprämie führt aktuell dazu, dass potenzielle Käufer abwarten.
Die Debatte um eine mögliche Kaufprämie führt aktuell dazu, dass potenzielle Käufer abwarten.
(Bild: Promotor/Volz)

Genau diese Hängepartie hatte das Kfz-Gewerbe befürchtet, als die Bundesregierung ihre Entscheidung über Kaufanreize für den Autohandel in den Juni vertagte. Nun stornierten Kunden ihre Verträge, weil sie auf eine mögliche Prämie spekulieren. Andere kamen nicht mehr, um den Kauf abzuschließen, weil sie auf die Entscheidung des Bundes warten. Darauf weisen die Kfz-Landesverbände aus Bayern und Baden-Württemberg hin.

Sie reagieren verärgert: Der ohnehin durch die Coronakrise angeschlagene Automarkt werde damit um die wenigen kaufwilligen Kunden gebracht, was zu weiteren Schäden führe. „Die einzige Möglichkeit, dem entgegenzusteuern, ist eine klare Aussage der Bundesregierung, dass die Lösung, die im Juni gefunden werden soll, rückwirkend für alle Autokäufe ab dem 1. Mai gilt“, fordert deshalb Michael Ziegler, Präsident der Kfz-Landesverbands Baden-Württemberg von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Der Bund verfuhr ähnlich beim Aufstocken der Elektroprämie.

Der Kfz-Landesverband Bayern geht weiter und fordert vom Bund eine sofortige Entscheidung. „Erst haben unsere Kfz-Innungsbetriebe während des Lockdowns Umsatzeinbußen von teilweise bis zu 90 Prozent hinnehmen müssen. Und jetzt, wo der Handel endlich wieder erlaubt ist, wo wir endlich wieder zum gewohnten Geschäft übergehen könnten – jetzt bleiben die Kunden fern, weil die Bundesregierung die Entscheidung über mögliche Kaufprämien bis Anfang Juni vertagt hat“, sagte Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes.

Förderung auch von Gebrauchtwagen gefordert

Vetterl hat sich deshalb an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gewandt, damit der sich als „Wortführer der Autoländer“ (Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen) in Berlin für den Autohandel einsetzt. Außerdem, so fordert Vetterl, soll die Kaufprämie rückwirkend ab Mitte März, dem Beginn des Lockdowns gelten.

Einig sind sich die Landesverbände darüber, dass eine Kaufprämie keine reine „Innovationsprämie“ ausschließlich für Neuwagen mit alternativen Antrieben sein dürfe, sondern auch Neuwagen mit Verbrennungsmotoren sowie junge und saubere Gebrauchtwagen mit einbeziehen müsse. Die Bundesregierung hatte beim sogenannten Autogipfel angekündigt, über die vorgelegten Modelle einer Kaufprämie Anfang Juni entscheiden zu wollen.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik