Kfz-Gewerbe: „Wir können Karosserie“

Autor / Redakteur: Werner Degen / Johannes Büttner

Das überarbeitete Berufsbild Kfz-Mechatroniker geht in die dritte Runde. Die Vorsitzenden des ZDK-Berufsbildungsausschusses, René Gravendyk und Anselm Lotz, ziehen eine erste Bilanz.

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Anselm Lotz (li.) und René Gravendyk sind Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses des ZDK.
Anselm Lotz (li.) und René Gravendyk sind Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses des ZDK.
(Foto: Degen)

Redaktion: Das Berufsbild Kfz-Mechatroniker geht im Herbst in sein drittes Jahr nach der Überarbeitung. Seitdem stehen fünf Schwerpunkte zur Wahl, neu hinzugekommen sind die „Karosserietechnik“ sowie die „Hochvolt- und Systemtechnik“. Wie nehmen denn die Betriebe diese Schwerpunkte an?

Anselm Lotz: Wir wollen dem Kraftfahrzeuggewerbe ein möglichst breites Berufsbildungsangebot machen. Das haben wir mit der Möglichkeit zur differenzierteren Schwerpunktbildung getan. Aktuell wird der Großteil der Verträge nach wie vor im Schwerpunkt Pkw eingetragen und wir wissen, dass sich die weitergehenden Angebote erst entwickeln müssen.

René Gravendyk: Wir empfehlen sogar, die Schwerpunktbildung erst nach ein oder zwei Jahren vorzunehmen, wenn sich im Berufsalltag herauskristallisiert hat, wo die Fähigkeiten und Talente des Auszubildenden liegen. Für einen Wechsel bietet sich der Zeitpunkt nach Teil 1 der Gesellenprüfung an. Für viele Auszubildende stellt ein Wechsel in einen der genannten Schwerpunkte zu diesem Zeitpunkt durchaus eine berufliche Entwicklungsperspektive dar.

Gibt es schon erste Erkenntnisse darüber, ob der Wegfall des früheren Wortungeheuers „Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik“ und sein Ersatz durch „Karosserietechnik“ im Berufsmarketing bereits Früchte trägt? Spielt die Wortwahl für die Betriebe überhaupt eine Rolle? Oder ist nicht vielmehr die Beschulbarkeit des Angebots ausschlaggebend für die Wahl des Schwerpunktes?

Gravendyk: Allein der verkürzte Sprachgebrauch bietet in der Tat schon Vorteile. Gleichwohl nutzen viele Betriebe die Chance noch nicht, die dieser Schwerpunkt bietet, sondern tragen weiterhin ihre bislang gewohnten Schwerpunkte ein. Hier müssen wir noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten.

Lotz: Es hat sich auch noch nicht herumgesprochen, dass wir inhaltlich weitestgehend die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten bieten wie diejenigen Betriebe, die im Bereich des Zentralverbands für Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) verortet sind. Dabei haben wir keinen Grund, unser Licht unter den Scheffel zu stellen.

Ist denn die berufsschulische Grundversorgung in diesem Bereich sichergestellt?

Gravendyk: Gerade unser Gewerbe hat sich ja die Mobilität auf die Fahne geschrieben. Und auch unsere Auszubildenden sind bereit, für einen entsprechenden Berufsschulunterricht etwas weitere Wege in Kauf zu nehmen. Innung und Berufsschule müssen hier sehr eng zusammenarbeiten, um entsprechende Angebote auf den Weg zu bringen.

Lotz: Vor allem müssen wir deutlicher als bislang klarstellen: „Wir, die Betriebe des Kfz-Gewerbes, können Karosserie!“ Wir können die gesamte Aus -und Weiterbildungskette vollständig bedienen.

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