Kfz-Innung Berlin: Neun Obermeister in neun Jahrzehnten

Thomas Lundt kündigt Kandidatur für 2020 an

| Autor: Holger Zietz

Berlins Obermeister Thomas Lundt ist bereit für eine weitere Amtszeit.
Berlins Obermeister Thomas Lundt ist bereit für eine weitere Amtszeit. (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

In Zeiten von Branchentransformation und Disruption ist Kontinuität von entscheidender Bedeutung. Damit erzielt die Kfz-Innung Berlin Erfolg, wie sie im Rahmen ihres Sommerfestes, bei dem sie zugleich ihr 85-jährige Bestehen feierte, zeigte.

Die Kontinuität kommt auch in der Zusammensetzung der Innungsspitze zum Ausdruck. In der langen Zeit des Bestehens ist Thomas Lund erst der neunte Obermeister. Er steht der Kfz-Innung seit 2004 vor und prägte ihre Entwicklung in den vergangenen 15 Jahren maßgeblich mit. Und Lundt hat weiterhin Ideen und Energie: Er kündigte an, nach dem Auslaufen seiner aktuellen Amtszeit im nächsten Jahr nochmals zu kandidieren. 2020 stellt sich der Obermeister also für weitere fünf Jahre zu Wahl.

Gestern wie heute spielen gute Kontakte in Politik und Verwaltung eine wichtige Rolle für die tägliche Arbeit der Kfz-Innung. Vor allem wenn es an der einen oder anderen Ecke hackt. Zum Beispiel bei den Zulassungszeiten. „Mittlerweile sind auch in Berlin die Zulassungszeiten auf erträgliche zwei bis drei Tage gesunken“, lobte Lundt im Rahmen des Sommerfests, das die Kfz-Innung auf dem Gelände ihrer Bildungsstätte in Bernau feierte.

Das war vor einigen Monaten noch ganz anders. Im Sommer vergangenen Jahres musste man deutlich mehr Zeit mitbringen: Laut Lundt war der Andrang in den Zulassungsstellen damals sehr groß, eine Anmeldung dauerte rund einen Monat. Die Innung ließ nicht locker, sprach das Thema auf allen Ebenen in Politik und Verwaltung immer wieder an. Das hat sich ausgezahlt.

Aus- und Weiterbildung bleiben wichtig

Ein weiteres wichtiges Thema für die Kfz-Innung ist die Aus- und Weiterbildung. Diese baute die Kfz-Innung kontinuierlich aus. Neben der Ausbildungsstätte im Zentrum Berlins (Obentrautstraße) hat die Kfz-Innung vor 15 Jahren ihr Bildungszentrum in Bernau eröffnet. In den verschiedenen Lehrjahren lernen derzeit mehr als 1.300 Auszubildende mit dem Ziel, Kfz-Mechatroniker zu werden. Zudem bereiten sich rund 180 Meisterschüler in Voll- und Teilzeitkursen auf den höchsten Abschluss im Handwerk vor.

Wichtig für Lundt ist die Ausstattung des Bildungszentrums: „Wir bilden an Fahrzeugen aus, die noch produziert werden“, betonte der Obermeister. Die Ausbildung finde derzeit an rund 80 Fahrzeugen statt. Insgesamt kümmern sich 18 Ausbilder um die Aus- und Fortbildungsangebote an den beiden Berliner Standorten.

Dabei greifen auch gerne Dritte auf das Know-how der Innungsexperten zurück: Die Berliner Feuerwehr schickte bereits Personal in die Kurse, um den Umgang mit Elektrofahrzeugen bei Unfällen zu üben. Aus Ungarn kamen Katastrophenschutz und Feuerwehr zu Lehrgängen in das Bernauer Kfz-Bildungszentrum.

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