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Kfz-Innung Berlin will sich stärker in Politik einmischen

Redakteur: Christoph Baeuchle

Um mehr Einfluss auf die Politik vor Ort ausüben zu können, arbeiten drei Berliner Innungen zusammen. Nun haben sie erstmals gemeinsam einen Neujahrsempfang veranstaltet.

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Gemeinsam stark: (v. li.) die Obermeister Andreas Schuh (Sanitär, Heizung, Klempner, Klima), Thomas Lundt (Kfz) und Carsten Joschko (Elektro) beim ersten gemeinsamen Neujahrsempfang.
Gemeinsam stark: (v. li.) die Obermeister Andreas Schuh (Sanitär, Heizung, Klempner, Klima), Thomas Lundt (Kfz) und Carsten Joschko (Elektro) beim ersten gemeinsamen Neujahrsempfang.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Die Kfz-Innung Berlin will die Politik vor Ort stärker mitgestalten. Gemeinsam mit anderen Innungen will sie bei der Umgestaltung der Hauptstadt aktiv mitwirken. Als aktiver Meinungsbilder will die Kfz-Innung Anregungen und Vorschläge für Verkehrs- und Wohnkonzepte machen. Schließlich betrifft die Energiewende nicht nur die künftige Mobilität, sondern wirkt sich auch entscheidend auf das Wohnen aus.

Entsprechend sucht die Kfz-Innung die Nähe zu Innungen aus anderen Gewerken wie dem Elektro-Handwerk oder Sanitär, Heizung, Klempner, Klima. Um stärker öffentlich auf sich aufmerksam zu machen, haben die drei Innungen nun erstmals einen gemeinsamen Neujahrsempfang veranstaltet.

Als besonders dringend empfinden die drei Innungen ein Verkehrskonzept für den Großraum Berlin. Thomas Lundt, Obermeister der Kfz-Innung, sieht in der Elektromobilität kein Allheilmittel. Lundt ist sich sicher, dass sich „nur 15 Prozent des Straßenverkehrs elektrifizieren“ lassen. Doch allein den Blick auf die Straße zu wenden, sei nicht genug. Es gelte, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Berlin deutlich zu beschleunigen. Lange Machbarkeitsstudien und endlose Genehmigungsverfahren blockierten den Fortschritt in der Stadt. Um eine neue U-Bahnlinie zu bauen, „braucht man einen Graben, Gleise rein und wieder zu“, so Lundt.

Lundt forderte die ortsansässigen Unternehmen auf, sich an der Entwicklung der Stadt zu beteiligen. „Die Steuern in der Stadt erwirtschaften ortsansässige Betriebe“, so der Kfz-Obermeister. Und keine weit entfernten Konzernzentralen. Entsprechend sollten die Betriebe ihre Interessen einbringen.

Dabei hat Lundt nicht nur wirtschaftliche Themen im Blick, sondern auch andere gesellschaftlich relevante. Schließlich betreffen Themen wie der Mietendeckel und Dieselfahrverbote auch die Mitarbeiter und Betriebe. Um die Stadtgesellschaft entwickeln zu können, ist die Bildungspolitik ein zentraler Punkt in den Forderungen der drei Innungen. Mehr Lehrer und kleinere Klassen in allgemein- und berufsbildenden Schulen forderten alle drei Obermeister.

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